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Donnerstag, 09 Februar 2012
 
 
Umfrageergebnis: Was bindet NaturwissenschafterInnen an ein Unternehmen? | Drucken |  E-Mail

Wellness am Arbeitsplatz nicht als „Zuckerl“

NaturwissenschafterInnen legen Wert auf ein gutes Betriebsklima und Unternehmenskultur

Nicht finanzielle Sonderleistungen oder Wellnessangebote sind es, die NaturwissenschafterInnen an ihre Dienstgeber binden, sondern allem voran ein gutes Betriebsklima, Anerkennung für die Arbeit und Sinn in der Tätigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter den UserInnen von life-science Karriere Services.

NaturwissenschafterInnen aus Universität, Privatwirtschaft und Verwaltung waren gefragt, die für sie wichtigsten Faktoren für Ihre persönliche Zufriedenheit im Beruf anzuführen. Ein Gutteil der Befragten hat so die Möglichkeit genutzt, auf diesem Weg Ihre Bedürfnisse den Personalverantwortlichen zukommen zu lassen. Dabei scheint es laut dieser Umfrage oftmals an den entscheidenden Kriterien für die Zufriedenheit zu mangeln. Die Teilnehmenden sehen die für sie wichtigsten Faktoren vielfach als nicht oder nur unzureichend von ihrem derzeitigen Dienstgeber erfüllt.

Ergebnis: Die wichtigsten Faktoren (in Prozent aller Teilnehmenden):

ImageDie Umfrageergebnisse machen deutlich, dass für die NaturwissenschafterInnen sogenannte „weiche“ Faktoren für den Verbleib beim Dienstgeber eine entscheidende Rolle spielen. Als häufigstes Kriterium nennen die Befragten ein gutes Betriebsklima (insgesamt 64 %). Häufig genannt werden zudem die Anerkennung (58 %), Sinn in der Tätigkeit (57 %)und herausfordernde Aufgaben (51 %). Gerade was die Anerkennung betrifft sind viele berufstätige NaturwissenschafterInnen in ihrer derzeitigen Arbeitsstelle jedoch unzufrieden. Ein schlechtes Zeugnis stellen vor allem die weiblichen Teilnehmerinnen ihren derzeitigen Dienstgebern aus. Dabei spielt die Anerkennung gerade für sie eine große Rolle, da 65 % der weiblichen Befragten diesen Faktor als wichtig angeben. Offenbar mehr als für ihre männlichen Kollegen. Diese sehen auch in den Aufstiegsmöglichkeiten ein wichtiges Kriterium, das jedoch laut unserer Umfrage nur sehr unzureichend von den Dienstgebern erfüllt wird. Besonders BerufseinsteigerInnen sind die Aufstiegsmöglichkeiten wichtig, während bei längeren Dienstverhältnissen Weiterbildungsmöglichkeiten und die Vereinbarkeit mit der Familie bedeutend werden.

Jene Befragten, die an einer Universität tätig sind, scheinen den Sinn in ihrer Tätigkeit eher zu erkennen. Vergleichsweise wenige TeilnehmerInnen geben finanzielle Leistungen an. So werden Sonderleistungen, Zusatzangebote und soziale Leistungen je nur von max. 6 % der Befragten zu den wichtigsten Faktoren gerechnet.

Unternehmen sind also laut der Umfrage von life-science Karriere Services gut beraten, vor allem in die Unternehmenskultur zu investieren. Qualifizierte MitarbeiterInnen, denen es an Anerkennung fehlt, die am Sinn ihrer Tätigkeit zweifeln oder unterfordert sind, werden langfristig nicht die Motivation mitbringen, dem Dienstgeber mit vollem Einsatz verbunden zu bleiben. Wenn es an einem guten Betriebsklima fehlt, nützen auch finanzielle Sonderleistungen und spezielle Angebote nichts. Den MitarbeiterInnen Perspektiven für einen innerbetrieblichen Aufstieg zu geben oder das Tätigkeitsfeld auszubauen fruchtet mehr als ein teures Dienstauto.

Anmerkung von life-science Karriere Services:

Die scheinbar mangelnde Anerkennung durch den Dienstgeber erfordert eine differenziertere Betrachtung. Zweifelsohne gibt es Unternehmen und Führungskräfte, die gute Leistungen als Standard voraussetzen und dem/der MitarbeiterIn nur dann eine Rückmeldung geben, wenn etwas nicht den Erwartungen entspricht. Der/die Mitarbeiter/in verliert dadurch über kurz oder lang die realistische Einschätzung darüber, wo seine/ihre Fähigkeiten liegen und wie weit sie bereits entwickelt sind. Er/sie wird immer nur in seinen Schwächen bestärkt.

Nichts desto trotz machen wir die NaturwissenschafterInnen auch darauf aufmerksam, dass Anerkennung sowohl von außen als auch von innen kommen kann. Von innen, das heißt, dass sich jeder selbst mal auf die Schultern klopft und sich sagt, „bin echt stolz darauf, das geschafft zu haben“. Dabei muss niemand in Überheblichkeit verfallen. Wer sich selbst Wertschätzung und Anerkennung geben kann, macht sich unabhängig von der Meinung anderer. Zusätzlich sollte man sich auch selbst fragen – „wie geht es mir, wenn ich Anerkennung von außen bekomme? Kann ich es annehmen?“ Vielen Menschen fällt es schwer, Anerkennung und Wertschätzung überhaupt anzunehmen. Sie registrieren es nicht, wenn ihre Leistungen, in welcher Form auch immer, honoriert werden. Diese Menschen werden, auch wenn sie mit Anerkennung überschüttet werden, subjektiv noch immer einen Mangel empfinden. Sie werden sich u.U. selbst inszenieren und sich in den Mittelpunkt drängen und dennoch hungrig nach Anerkennung bleiben.

Es ist ein Zeichen persönlicher Reife, sich auch dann über eine erbrachte Leistung zu freuen, wenn es niemand sonst mitbekommen hat, auf erreichte Ziele stolz zu sein und sich über eigene Erfolge und die Erfolge anderer freuen zu können. Und – Anerkennung ist ein zweiseitiges Geschäft, geben Sie auch Ihrer Führungskraft zwischendurch eine positive Rückmeldung – auch Führungskräfte sind Menschen.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 20 Oktober 2008 )
 
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