| MedUni Graz: Durchgängiges Laufbahnmodell | | Drucken | |
Univ.-Prof. Dr. Andrea Langmann, Vizerektorin für Personal und
Gleichstellung, hat mit ihrem Team an der Medizinischen Universität
Graz ein durchgängiges Laufbahnmodell entwickelt. Wir haben sie nach den Besonderheiten und Vorteilen dieses Modells befragt.
![]() Foto: MedUni Graz |
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life-science: Sie werden im universitären Nachrichtenmagazin MEDITIO mit den Worten zitiert „Unsere Prioritäten sehe ich in einem klaren und durchgängigen Laufbahn- und Karrieremodell“. Was verstehen Sie persönlich darunter? Prof. Andrea Langmann: Ein durchgängiges Laufbahnmodell kann aus meiner Sicht nur zustande kommen, wenn eine Vision vorhanden ist. Junge Menschen, die sich dafür entscheiden, ein Studium an einer Hochschule zu belegen, sollten wissen, wohin sie diese Ausbildung führen soll. Die Möglichkeiten nach einem Studium der Humanmedizin sind vielfältig. Nicht jede/r ist in gleichem Maße geeignet für eine forschende Tätigkeit und je früher die persönliche Eignung erkannt wird, umso zielgerichteter kann die persönliche Karriere erfolgen. life-science: Haben Sie an Ihrer Universität ein Mittel gefunden, um die Studierenden in Ihrer Entscheidung zu unterstützen, in welche Richtung ihre Karriere gehen soll? Prof. Andrea Langmann: Wir machen unsere Studierenden über so genannte SSM’s (Spezielle Studienmodule) mit Forschungsthemen vertraut und haben eine Plattform unter der Kurzbezeichnung ZUWI eingerichtet. Diese ermöglicht den angehenden MedizinerInnen schon während des Studiums einen Einblick in die Forschungslandschaft. Sie bietet einen direkten Austausch und Kontakt der Studierenden mit Forschungsgruppen. So werden die jungen Leute schon frühzeitig in ihrer Entscheidung unterstützt, ob sie eine Laufbahn in der universitären Forschung anstreben oder sich eher in einer klinischen Tätigkeit sehen. Gleichzeitig ermöglicht diese Maßnahme auch den WissenschafterInnen, etwaige zukünftige Talente kennen zu lernen. So profitieren die Studierenden wie auch die Universität selbst, die ja bestrebt ist, talentierte und interessierte NachwuchswissenschafterInnen zu fördern. life-science: Sie haben an der MedUni Graz ein klares und durchgängiges Laufbahnmodell entwickelt. Worin liegen die besonderen Charakteristika dieses Modells? Prof. Andrea Langmann: Unser Modell begleitet die NachwuchswissenschafterInnen von Anfang an und zeigt mögliche Karrierewege früh auf. Das Modell wurde für den klinischen und theoretischen nicht-klinischen Bereich gleichermaßen konzipiert und sieht bei einer Laufbahnstelle zuerst eine Befristung mit einer Qualifizierungsvereinbarung vor. Im Rahmen einer Laufbahnstelle wird der Fokus auf die wissenschaftliche Karriere gerichtet. Bei Erfüllung der Qualifizierungsvereinbarung geht das Beschäftigungsverhältnis in ein unbefristetes Dienstverhältnis über. Ein klares Qualifizierungsziel bildet Bestandteil des Arbeitsvertrags und wird laufend evaluiert. Rotationsstellen sind zumeist befristet und dienen einer weiteren Ausbildung und wissenschaftlichen Qualifikation an der Universität. Ein Personalentwicklungsbeirat entscheidet über die Vergabe der Assoziierten Professur. Den Bediensteten wird ein/e Mentor/In zur Seite gestellt. Dieses Modell entstand in Anlehnung an den Kollektivvertrag, der für Universitäten eingeführt wurde, dessen Finanzierung jedoch noch nicht gesichert ist. life-science: Denken Sie, dass dieses Modell auch für andere österreichische Universitäten anwendbar wäre und gibt es Aktivitäten in dieser Richtung? Prof. Andrea Langmann: Der regelmäßige Informationsaustausch zwischen den drei medizinischen Universitäten ist wichtig und wir wollen diesen Kontakt auch weiter intensivieren. Erste Gespräche der Vizerektorinnen für Personal(-entwicklung) der Medizinischen Universitäten haben bereits stattgefunden. life-science: Herzlichen Dank für das Gespräch! |
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