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Freitag, 18 Mai 2012
 
 
Innsbrucker Med-Uni und Tilak erinnern mit Mahnmal an NS-Vertriebene | Drucken |  E-Mail
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vlnr: VanStaa, Fritsch, Barzilai, Hippler, Eisenberg
Zum Gedenken an die im März 1938 ausgegrenzten und vertriebenen ProfessorInnen, ÄrztInnen und StudentInnen der Medizinischen Fakultät  Innsbruck haben die Medizinische Universität Innsbruck und die Tilak ein Mahnmal am Gelände der Universitätskliniken errichtet. Rektor-Stellvertreter Manfred Dierich ortet akademischen Antisemitismus.


2008 – 70 Jahre nach dem Novemberpogrom

Das Jahr 1938 stellt zweifellos einen Wendepunkt in der Geschichte dar. Die Pogromnacht  war der Höhepunkt einer Entwicklung, die schon viele Jahre vorher begonnen hatte. Rektor- Stellvertreter Manfred Dierich erklärt: „Man kann sogar von einer langen Tradition des  akademischen Antisemitismus an der Innsbrucker Universität und der medizinischen Fakultät sprechen. Es gab schon in den Jahren vor dem Anschluss Störaktionen gegen jüdische  Vertreter im Lehrkörper, Proteste gegen Berufungen und sogar die Einrichtung eines  Lehrstuhls für Rassenbiologie, die aus dem Kollegium heraus initiiert wurde. Ich freue mich,  dass die MedUni heute ein Ort der Breite und Internationalität ist. Wir verstehen Medizin  ausdrücklich als Wissenschaft ohne Landesgrenzen.“

Innsbrucker Universitäten arbeiten die NS-Vergangenheit auf

Im heurigen Jahr gedenken die beiden Innsbrucker Universitäten ihrer vertriebenen  Mitglieder mit einer Internet-Portraitserie mit dem Titel „Vertriebene Wissenschaft 1938-2008“. Die Einweihung des Mahnmals am Gelände der Universitätskliniken ist ein weiteres  Bekenntnis zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Es erinnert an alle im März 1938  ausgegrenzten und vertriebenen ÄrztInnen, ProfessorInnen und Studierende der Medizinischen Fakultät Innsbruck.

Hochkarätige Redner zur Einweihung am 9. November 2008

Der Festakt wurde von Landtagspräsident Herwig van Staa eröffnet. Im Namen der  Veranstalter sprachen die Vorsitzende des Unirats Gabriele Fischer, Tilak-Vorstand Andreas Steiner und Rektor-Stellvertreter Manfed Dierich sowie die Präsidentin der Israelitischen  Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg, Esther Fritsch. Der ehemalige Chefredakteur der Jerusalem Post, Ari Rath, ging in seiner Ansprache auf Biografien von Studierenden und Professoren ein. Das Werk der Künstlerin Dvora Berzilai wurde anschließend von Universitätspfarrer Bernhard Hippler und Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg gemeinsam eingeweiht.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 10 November 2008 )
 
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