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Worauf legen attraktive Dienstgeber Wert? In einem Interview befragten
wir Personalverantwortliche führender Unternehmen über ihre Erwartungen
an BewerberInnen. Mit welchen Qualifikationen und Fähigkeiten haben Sie
als BewerberIn die besseren Chancen?
Die InterviewpartnerInnen:
Mag. Romana Bogner (Personalleiterin Octapharma Pharmazeutika),
Mag. Djurdjica Hammer (HR-Managerin Baxter BioScience)
Dr. Ingrid Maurer-Fogy (R&D, Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG),
Julia Meier (HR Managerin DSM Pharmaceuticals
Mag. Christoph Stenitzer (HR Manager AGES),
life-science: Gibt es in Ihren Unternehmen bestimmte Erwartungen, die an NaturwissenschafterInnen gestellt werden?
Maurer-Fogy: Grundsätzlich werden bei uns, wie auch in jedem anderen Unternehmen, die jeweiligen fachlichen Qualifikationen vorausgesetzt.
Wir setzen voraus, dass die wichtigsten Labortechniken beherrscht werden. Dabei ist vor allem von Vorteil, wenn dabei auch die praktischen Erfahrungen nachgewiesen werden können. Verhandlungssicheres Englisch setzen wir für StudienabgängerInnen ebenfalls voraus. Darüber hinaus ist bei uns Flexibilität neuen Aufgaben gegenüber besonders wichtig.
Stenitzer: Wir erwarten, dass die MitarbeiterInnen im Fachgebiet up to date bleiben. Die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung muss vorhanden sein sowie eine Bereitschaft, sich national und international zu vernetzen. Selbständiges Arbeiten sowie die Arbeit im Team werden erwartet. „Über den Tellerrand blicken“, Bereitschaft fächerübergreifend zu agieren sind ebenso gefragt, wie die Bereitschaft, kritisch die eigene Leistung zu hinterfragen
Hammer: Jede/r MitarbeiterIn sollte wissen, wo sie/er sich hinentwickeln will. Weiters sollte sie/er Wissbegierde, ein Streben nach persönlicher Verbesserung, Innovationsfreude und eine Fokussierung auf schnelles und diszipliniertes Handeln mitbringen. Zudem erwarten wir Geschäftssinn, Kundenorientierung und ein qualitätsbezogenes Handeln.
life-science: Welche persönlichen Eigenschaften sind besonders wichtig für eine Mitarbeit in Ihrem Unternehmen?
Hammer: Teamgeist und das Engagement, sich in ein Team eingliedern zu können sind besonders wichtige Voraussetzungen worauf nicht nur unser Unternehmen Wert legt. Wir erwarten kritisches Denken, Mut aber auch Bescheidenheit, Optimismus, Pragmatismus, Überzeugungskraft, Integrität und Vertrauenswürdigkeit, sowie Respekt gegenüber Einzelpersonen.
Stenitzer: Die Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstreflexion sollte unbedingt gegeben sein und ein positiver Umgang mit Veränderungen wird erwartet.
Bogner: Je nach Position sollte das Potential zur Führungskraft vorhanden sein und damit die Fähigkeit, andere zu fördern und zu motivieren.
Meier: Wir legen Wert auf eine offene, starke Kommunikationsfähigkeit, MitarbeiterInnen sollen bereit sein, weiter zu lernen und danach streben, sich weiter zu entwickeln.
life-science: Welche Zusatzqualifikationen machen sich besonders bezahlt?
Maurer-Fogy: Sehr gute IT-Kenntnisse sind in jedem Fall ein Plus, in manchen Bereichen auch Datenbankerfahrung und je nach Position auch Managementkenntnisse. Eine Auslandserfahrung wird ebenfalls sehr positiv gewertet.
Bogner: Der Nachweis von praktischen Erfahrungen jeglicher Art wird hoch gewertet. Das können geringfügige Praktika während der Studienzeit sein, wie sie auch von den meisten Unternehmen in der Pharmaindustrie angeboten werden und im Besonderen langfristige praktische Erfahrungen. Hier macht sich auch Vielfalt bezahlt und es ist anzuraten, jegliche praktischen Erfahrungen anzuführen, auch wenn etwas in einem fachfernen Bereich gemacht wurde.
Stenitzer: Projektmanagementerfahrung und betriebswirtschaftliche Kenntnisse werden besonders hoch angerechnet.
Meier: Weiterentwicklung in Richtung Business (Post Graduate Betriebswirtschaftsrichtungen) sind gerne gesehen. Doch gerade diese Zusatzqualifikationen nehmen wir bei NaturwissenschafterInnen häufig als Manko wahr. Oft fehlt generell das Interesse aber auch das Persönlichkeitsprofil für den Einsatz im Bereich Marketing und Sales. Gerade dort gibt es viele attraktive Möglichkeiten.
life-science: Was werten Sie als praktische Erfahrungen?
Stenitzer: Verschiedene Praktika, die absolviert wurden; Projektarbeiten während der Studienzeit sowie Ferialjobs.
Maurer-Fogy: Wir rechnen beispielsweise auch Auslandsaufenthalte als praktische Erfahrung.
life-science: Welchen Stellenwert geben Sie dem persönlichen Auftreten?
Bogner: Ein angenehmes Erscheinungsbild und gute Umgangsformen werden vorausgesetzt. Als RepräsentantIn unseres Unternehmens Die Beherrschung von Präsentationstechniken
Maurer-Fogy: Wir erwarten bereits beim Bewerbungsgespräch, dass die BewerberInnen einen Vortrag halten. Wir setzen von AkademikerInnen die Beherrschung von Präsentationstechniken und gute kommunikative Fähigkeiten voraus.
Vielen Dank für das Interview:
Cornelia Moser
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