| Berufsbild - Forschung | | Drucken | |
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Je nachdem in welchem Umfeld Sie forschen und welche Ziele Sie dabei verfolgen, prägt es Ihre Tätigkeit und damit Ihren Arbeitsalltag als Forscher/in. In der nachfolgenden 3-teiligen Beitragserie haben wir den Unterschied zwischen der Grundlagenforschung und der Angewandten Forschung herausgearbeitet. Welche spezifischen Anforderungen werden an den Forscher, die Forscherin gestellt. Welche Form bietet welche Vor- und welche Nachteile. Wissenschaftlicher Freiraum versus klar definierten Forschungszielen
Grundlagenforschung wird meist im universitären Rahmen betrieben. Im Mittelpunkt stehen der Wissenserwerb und die Gewinnung neuer Erkenntnisse und Einsichten.
Die Grundlagenforschung bietet dem gegenüber sehr viel mehr Wahl- und Entscheidungsfreiheit in Hinblick auf Forschungsziele und -inhalte. Dafür wird aber auch eine vollständige Hingabe für das Projekt erwartet. 60, 70 oder mehr Wochenstunden sind daher keine Seltenheit. Forscher an den Universitäten weisen oft darauf hin, dass Sie viel Zeit für administrative Verwaltungstätigkeiten aufwenden, Sitzungen von Gremien besuchen und wissenschaftliche Veranstaltungen durchführen. Für sie ist es daher eine besondere Herausforderung, die Balance zwischen administrativen Tätigkeiten und dem Forschen zu finden. Verschwiegenheit oder Publikationsdruck
Ein wesentliches Merkmal der Anwendungsforschung ist die Verschwiegenheitspflicht. Vertrauliche Informationen über die gerade laufenden Forschungsprojekte dürfen nicht von den Forschern preisgegeben werden, auch nach Patentanmeldung ist man gemäß dem Dienstvertrag häufig zu Verschwiegenheit verpflichtet. Wissenschaftliche Geheimnisse dürfen niemals ausgeplaudert werden. Strenge Dokumentations- und Abgabepflichten gegenüber eigenständigem Akquirieren von Forschungsgeldern.
Sowohl Forscher in der Grundlagen-, als auch in der Anwendungsforschung müssen mit hohem zeitlichen und wirtschaftlichen Druck umgehen. Besonders typisch für die Anwendungsforschung sind die streng vorgegebenen Dokumentations-, Berichterstattungs- und Abgabepflichten. Wissenschaftlicher Einzelkämpfer oder Teamplayer
Anwendungsforscher sehen sich nicht nur einem ständigen Druck ausgesetzt, sondern auch einem sehr präzisen Anforderungsprofil, das nur wenig Platz für Einzelkämpfer lässt. Sie müssen dazu in der Lage sein sich in ein unternehmerisches System zu integrieren, dabei ihre Potenziale und Fähigkeiten zu entfalten und gleichzeitig die vom Unternehmen vorgegebenen Ziele mitzutragen und schließlich auch zu erreichen. Die Unternehmen achten bei ihrer Auswahl nicht nur auf fachliche Qualifikationen, sondern vor allem auf soziale Kompetenz. Fachliches kann durch Aus- und Weiterbildungen ergänzt und erlernt werden, soziale Inkompatibilität mit der Unternehmenskultur, den Mitarbeitern im Forschungsteam oder der gestellten Aufgabe kann hingegen nicht ausgeglichen werden. Auch beim Grundlagenforscher spielt die soziale Komponente eine wichtige Rolle. Täglich müssen unzählige Emails und Briefe verfasst und Fachgespräche mit Projektmitarbeitern und Kollegen geführt werden. Der Austausch mit den Teamkollegen ist besonders wichtig und verschlingt ebenfalls einen Großteil der kostbaren Arbeits- und Freizeit. Die Stufen einer Forscherkarriere
Für Forschungsunternehmen ist die interne Stellennachbesetzung um Know-how-Abfluss zu verhindern und Betriebsgeheimnisse zu wahren, typisch . Eine Laufbahn in der Industrieforschung beginnt oftmals mit dem Abfassen einer Diplomarbeit oder Dissertation in einem Unternehmen oder an der Universität in Kooperation mit einem Unternehmen. Während dieser Zeit kann man das Unternehmen als Laborant oder wissenschaftlicher Mitarbeiter kennen lernen. Hat man sich besonders profiliert wird einem oftmals eine feste Anstellung als Junior Scientist angeboten. Ist man in zahlreichen Projekten durch exzellente Qualifikationen hervorgestochen, kann man zum Senior Scientist, danach zum Teamleiter, Projektleiter, Labormanager und schlussendlich Forschungsdirektor ernannt werden. Die tatsächliche Forschungstätigkeit nimmt dabei mit Erklimmen der Karriereleiter stetig ab.
Der erste Schritt in Richtung einer wissenschafltichen Karriere in der Grundlagenforschung ist meist eine herausragende Diplomarbeit. Wird man danach vom Betreuer weiters dazu motiviert noch eine Dissertation in diesem Bereich zu schreiben, weiß man, dass man auf dem richtigen Weg ist. Nach Abschluss der Dissertation kann man sich um eine Post-Doc-Stelle bewerben und erhält bei Zusage die Chance auf Teilnahme an weiteren Forschungsprojekten.
Wissenserwerb oder Produktinnovationen? Verschwiegenheit oder Selbstvermarktung? Finanzielle Sicherheit oder wissenschaftliche Unabhängigkeit? Genaue Vorgaben und Anforderungen oder Platz für Selbstverwirklichung?
Autorin: Christina Riegler |
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 12 November 2009 ) |
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Forschung ≠ Forschung.








