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Vom Laboranten bis zum Forschungsdirektor
Was machen ein Laborant, ein Labormanager oder der/die Forschungsdirektor/in? In der Beschreibung der Berufsbilder konzentrieren wir uns auf die
ForscherInnen in der Industrie, denn in die Arbeitswelt der universitären
Forschung haben Sie vermutlich während Ihrer Ausbildung bereits tiefen
Einblick gewonnen.
Die Zusammensetzung eines Projektteams in der Industrieforschung
Forschungen werden meist in Form von Projekten durchgeführt. Dazu
werden mehrere Forscher zu einem Projektteam zusammengefasst, welches
für begrenzte Zeit an einer Fragestellung zusammen nach einer Lösung
sucht. Die Zusammensetzung eines Projektteams unterscheidet sich von
Unternehmen zu Unternehmen und sehr oft sind Mischformen vorzufinden.
In gleicher Weise unterscheiden sich die Job-Profile von Unternehmen zu Unternehmen. Der Labortechniker kann im einen Unternehmen völlig andere Verantwortlichkeiten tragen als in einem anderen Unternehmen. Im Folgenden soll eine typische Aufstellung eines Projektteams
dargestellt werden:
● Laborant:
Zum Aufgabengebiet eines Laboranten gehören vor allem die Dokumentation
und Archivierung von Ergebnissen, die Betreuung und Pflege von Geräten
und die Durchführung von analytischen oder präparativen Laborarbeiten.
Fachlich wird meist Maturaniveau vorausgesetzt, wichtige persönliche
Qualifikationen sind Verlässlichkeit, Teamgeist, Engagement und
zeitliche Flexibilität.
● Labortechniker
Jedes Projektteam braucht auch einen Labortechniker, der sich um den
Betrieb, die Instandhaltung und Kalibrierung der Laborgeräte kümmert.
Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die Erstellung und Revision der
Geräte-Logbücher und anderer kontrollierter Labordokumente. Außerdem
ist er für die Erstellung von Abweichungsmeldungen, die Durchführung
der Ursachenanalyse und die Umsetzung von Korrektur- und
Vorbeugemaßnahmen zuständig. Ebenfalls zu seinem Aufgabengebiet gehören
die kontinuierliche Verbesserung der Prüfmethoden und Laborabläufe und
die Kontaktpflege zu Lohnlaboratorien, Laborgeräteherstellern und
Chemikalienlieferanten.
Voraussetzung ist meist eine chemisch- technische Ausbildung in Form
einer HTL, FH oder auch Universität. Fähigkeit zum genauer und
selbständigen Arbeiten, ausgezeichnete Englisch- und EDV-Kenntnisse und
Erfahrung im Umgang mit den Geräten und Systemen sind notwendig. Als
Aufstiegsmöglichkeit dient der technische Leiter.
● wissenschaftlicher Mitarbeiter/Junior Scientist:
Wissenschaftliche Mitarbeiter bzw. Junior Scientists sind meist
Nachwuchswissenschafter, die auf die Promotion hinarbeiten oder als
Post-Doc beschäftigt sind und erste eigene Forschungen durchführen.
Zu den Hauptaufgaben zählen die Unterstützung der Senior Scientists,
die Durchführung von Versuchsreihen und deren Dokumentation und
Datenauswertung.
Wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten halten meist zusätzlich
noch Lehrveranstaltungen ab und sind somit auch für die Veranstaltung
von Prüfungen und Betreuung der Studenten zuständig.
Flexibilität, Belastbarkeit, Selbständigkeit, hohes
Qualitätsbewusstsein und Teamfähigkeit sind persönliche
Qualifikationen, die wissenschaftliche Mitarbeiter/ Junior Scientists
mitbringen müssen.
● Senior Scientist
Senior Scientists sind all jene Forscher und Wissenschaftler, die durch
ihre fachlichen und persönlichen Qualifikationen über eine lange Zeit
hinweg bei Forschungen besonders aufgefallen sind und nationale und
internationale Reputation erlangt haben.
Sie sind dafür zuständig Forschungsprojekte vorzuschlagen und
einzureichen, Untersuchungsmethoden festzulegen, ein Team
zusammenzustellen,
eigenständige Untersuchungen durchzuführen und die Forschungsgruppe
gebührend auf höchstem Standard zu repräsentieren. Senior Scientists
nehmen eine leitende Funktion ein und sind maßgeblich für den
wissenschaftlichen Erfolg eines Unternehmens verantwortlich.
Sie müssen neben der Promotion meistens mehrjährige Post-Doc-Erfahrung
besitzen und sich bereits auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisiert
haben. Ausgezeichnete Englischkenntnisse und einer guter
Kommunikations- und Präsentationsstil sind notwendig.
● Projektleiter
Projektleiter leiten in erster Linie das Projektteam mit mehreren
Mitarbeitern. Sie sind weiters für die Erarbeitung und Implementierung
von Strategien und Protokollen und die Koordination und Durchführung im
Team zuständig. Sie sind für organisatorische und technische
Aufgabenstellungen zuständig und verteilen Kompetenten und
Verantwortungen innerhalb der Projektteams.
Projektleiter stellen die entscheidende Schnittstelle zur Linie dar.
Sie treten mit den anderen Unternehmensbereichen in Kontakt, versuchen
die Projektgruppen erfolgreich in die Organisation einzugliedern und
stimmen sich mit den restlichen Abteilungen ab.
Sie müssen ihr Studium mit Promotion abgeschlossen haben und
mehrjährige Berufserfahrung aufweisen können. Hohe soziale Kompetenz
ist entscheidend. Offene Kommunikation, Projekt- und Teamorientierung
runden das Anforderungsprofil ab.
● Labormanager
Als Labormanager ist man für die Organisation und den Betrieb des
Labors mit den Projektgruppen zuständig. Der Labormanager ist für die
Wartung der Geräte, die Koordination von Einkauf, Etatkontrolle und
Mittelüberwachung zuständig. Gegebenfalls arbeitet er auch an
Forschungsprojekten mit. Er ist somit für die Funktionalität des Labors
zuständig. Der Labormanager hat darauf zu achten, dass die
Forschungsarbeit in den Teams vorangeht, alle Abläufe reibungslos
verlaufen und Ergebnisse zeitgerecht an den Forschungsdirektor
weitergegeben werden.
Voraussetzung ist ein positiv absolviertes Studium, meist mit
Promotion, und mehrjährige Berufserfahrung in einem entsprechenden
Labor. Er muss selbständig und verantwortungsbewusst arbeiten können,
Führungsqualitäten besitzen, teamfähig und kommunikativ sein und gute
Englisch- und EDV- Kenntnisse besitzen.
● Forschungsdirektor
Als Forschungsdirektor ist man für die gesamte Forschung in einem
Unternehmen oder Institut zuständig. Wesentlich ist hierbei, dass man
selbst kaum mehr forscht und auch nicht mehr völlig Einblick in die
Forschungsprojekte hat. Wichtig ist dennoch, dass der
Forschungsdirektor soviel Know-how mitbringt, dass es ihm möglich ist
mit den Projektleitern auf gleicher Augenhöhe zu diskutieren und
debattieren und genügend Einblick hat um Situationen richtig
einschätzen zu können. Er entscheidet welche Forschungsprojekte
realisiert, welche Produktentwicklungen vorangetrieben werden, wie sich
die Forschungsabteilung positioniert und wie das Forschungsbudget am
besten eingesetzt wird.
Der Forschungsdirektor ist vor allem mit administrativen Tätigkeiten
betraut, muss aber auf alle Fälle ein mit Promotion abgeschlossenes
Studium im naturwissenschaftlichen Bereich vorweisen können.
Persönliche Qualifikationen, die er mitbringen sollte, sind
Verantwortungsbewusstsein, offene Kommunikation, Teamgeist, Management-
und Führungsqualitäten, aber auch Autorität und Durchsetzungsvermögen.
Er muss die Forschungsabteilung gebührend repräsentieren können.
Autorin: Christina Riegler
life-science Karriere Services
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