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Freitag, 18 Mai 2012
 
 
Berufsbild - Forschung II | Drucken |  E-Mail

ImageVom Laboranten bis zum Forschungsdirektor

Was machen ein Laborant, ein Labormanager oder der/die Forschungsdirektor/in? In der Beschreibung der Berufsbilder konzentrieren wir uns auf die ForscherInnen in der Industrie, denn in die Arbeitswelt der universitären Forschung haben Sie vermutlich während Ihrer Ausbildung bereits tiefen Einblick gewonnen.


Die Zusammensetzung eines Projektteams in der Industrieforschung

Forschungen werden meist in Form von Projekten durchgeführt. Dazu werden mehrere Forscher zu einem Projektteam zusammengefasst, welches für begrenzte Zeit an einer Fragestellung zusammen nach einer Lösung sucht.  Die Zusammensetzung eines Projektteams unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen und sehr oft sind Mischformen vorzufinden. In gleicher Weise unterscheiden sich die Job-Profile von Unternehmen zu Unternehmen. Der Labortechniker kann im einen Unternehmen völlig andere Verantwortlichkeiten tragen als in einem anderen Unternehmen. Im Folgenden soll eine typische Aufstellung eines Projektteams dargestellt werden:

● Laborant:
Zum Aufgabengebiet eines Laboranten gehören vor allem die Dokumentation und Archivierung von Ergebnissen, die Betreuung und Pflege von Geräten und die Durchführung von analytischen oder präparativen Laborarbeiten.
Fachlich wird meist Maturaniveau vorausgesetzt, wichtige persönliche Qualifikationen sind Verlässlichkeit, Teamgeist, Engagement und zeitliche Flexibilität.

● Labortechniker
Jedes Projektteam braucht auch einen Labortechniker, der sich um den Betrieb, die Instandhaltung und Kalibrierung der Laborgeräte kümmert. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die Erstellung und Revision der Geräte-Logbücher und anderer kontrollierter Labordokumente. Außerdem ist er für die Erstellung von Abweichungsmeldungen, die Durchführung der Ursachenanalyse und die Umsetzung von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen zuständig. Ebenfalls zu seinem Aufgabengebiet gehören die kontinuierliche Verbesserung der Prüfmethoden und Laborabläufe und die Kontaktpflege zu Lohnlaboratorien, Laborgeräteherstellern und Chemikalienlieferanten.
Voraussetzung ist meist eine chemisch- technische Ausbildung in Form einer HTL, FH oder auch Universität. Fähigkeit zum genauer und selbständigen Arbeiten, ausgezeichnete Englisch- und EDV-Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit den Geräten und Systemen sind notwendig. Als Aufstiegsmöglichkeit dient der technische Leiter.

● wissenschaftlicher Mitarbeiter/Junior Scientist:
Wissenschaftliche Mitarbeiter bzw. Junior Scientists sind meist Nachwuchswissenschafter, die auf die Promotion hinarbeiten oder als Post-Doc beschäftigt sind und erste eigene Forschungen durchführen.
Zu den Hauptaufgaben zählen die Unterstützung der Senior Scientists, die Durchführung von Versuchsreihen und deren Dokumentation und Datenauswertung.
Wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten halten meist zusätzlich noch Lehrveranstaltungen ab und sind somit auch für die Veranstaltung von Prüfungen und Betreuung der Studenten zuständig.
Flexibilität, Belastbarkeit, Selbständigkeit, hohes Qualitätsbewusstsein und Teamfähigkeit sind persönliche Qualifikationen, die wissenschaftliche Mitarbeiter/ Junior Scientists mitbringen müssen.

● Senior Scientist
Senior Scientists sind all jene Forscher und Wissenschaftler, die durch ihre fachlichen und persönlichen Qualifikationen über eine lange Zeit hinweg bei Forschungen besonders aufgefallen sind und nationale und internationale Reputation erlangt haben.
Sie sind dafür zuständig Forschungsprojekte vorzuschlagen und einzureichen, Untersuchungsmethoden festzulegen, ein Team zusammenzustellen,
eigenständige Untersuchungen durchzuführen und die Forschungsgruppe gebührend auf höchstem Standard zu repräsentieren. Senior Scientists nehmen eine leitende  Funktion ein und sind maßgeblich für den wissenschaftlichen Erfolg eines Unternehmens verantwortlich.
Sie müssen neben der Promotion meistens mehrjährige Post-Doc-Erfahrung besitzen und sich bereits auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisiert haben. Ausgezeichnete Englischkenntnisse und einer guter Kommunikations- und Präsentationsstil sind notwendig.

● Projektleiter
Projektleiter leiten in erster Linie das Projektteam mit mehreren Mitarbeitern. Sie sind weiters für die Erarbeitung und Implementierung von Strategien und Protokollen und die Koordination und Durchführung im Team zuständig. Sie sind für organisatorische und technische Aufgabenstellungen zuständig und verteilen Kompetenten und Verantwortungen innerhalb der Projektteams.
Projektleiter stellen die entscheidende Schnittstelle zur Linie dar. Sie treten mit den anderen Unternehmensbereichen in Kontakt, versuchen die Projektgruppen erfolgreich in die Organisation einzugliedern und stimmen sich mit den restlichen Abteilungen ab.
Sie müssen ihr Studium mit Promotion abgeschlossen haben und mehrjährige Berufserfahrung aufweisen können. Hohe soziale Kompetenz ist entscheidend. Offene Kommunikation, Projekt- und Teamorientierung runden das Anforderungsprofil ab.

● Labormanager
Als Labormanager ist man für die Organisation und den Betrieb des Labors mit den Projektgruppen zuständig. Der Labormanager ist für die Wartung der Geräte, die Koordination von Einkauf, Etatkontrolle und Mittelüberwachung zuständig. Gegebenfalls arbeitet er auch an Forschungsprojekten mit. Er ist somit für die Funktionalität des Labors zuständig. Der Labormanager hat darauf zu achten, dass die Forschungsarbeit in den Teams vorangeht, alle Abläufe reibungslos verlaufen und Ergebnisse zeitgerecht an den Forschungsdirektor weitergegeben werden.
Voraussetzung ist ein positiv absolviertes Studium, meist mit Promotion, und mehrjährige Berufserfahrung in einem entsprechenden Labor. Er muss selbständig und verantwortungsbewusst arbeiten können, Führungsqualitäten besitzen, teamfähig und kommunikativ sein und gute Englisch- und EDV- Kenntnisse besitzen.

● Forschungsdirektor
Als Forschungsdirektor ist man für die gesamte Forschung in einem Unternehmen oder Institut zuständig. Wesentlich ist hierbei, dass man selbst kaum mehr forscht und auch nicht mehr völlig Einblick in die Forschungsprojekte hat. Wichtig ist dennoch, dass der Forschungsdirektor soviel Know-how mitbringt, dass es ihm möglich ist mit den Projektleitern auf gleicher Augenhöhe zu diskutieren und debattieren und genügend Einblick hat um Situationen richtig einschätzen zu können. Er entscheidet welche Forschungsprojekte realisiert, welche Produktentwicklungen vorangetrieben werden, wie sich die Forschungsabteilung positioniert und wie das Forschungsbudget am besten eingesetzt wird.
Der Forschungsdirektor ist vor allem mit administrativen Tätigkeiten betraut, muss aber auf alle Fälle ein mit Promotion abgeschlossenes Studium im naturwissenschaftlichen Bereich vorweisen können.
Persönliche Qualifikationen, die er mitbringen sollte, sind Verantwortungsbewusstsein, offene Kommunikation, Teamgeist, Management- und Führungsqualitäten, aber auch Autorität und Durchsetzungsvermögen. Er muss die Forschungsabteilung gebührend repräsentieren können.

Autorin: Christina Riegler
life-science Karriere Services
Letzte Aktualisierung ( Montag, 30 November 2009 )
 
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