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F&E und ihre Schnittstellen
Die F&E- Abteilung kann als Herzstück und zentraler Motor eines jeden entwicklungsorientierten Unternehmens gesehen werden. Um die Umsetzung und Einführung von Neuerungen bestens zu begleiten, arbeitet sie sehr eng mit allen anderen Unternehmensbereichen zusammen.
Schon vor Beginn eines neuen Forschungsprojektes ist ein Austausch mit der Marketing-Abteilung und dem Vertrieb nötig. Schließlich soll auch das erforscht werden, wofür von Seiten der Kunden Bedarf besteht. Während der Forschungsarbeit ist ein konstanter Kontakt mit der Geschäftsleitung erforderlich, die besonders die Kostenaufwendungen der F&E-Abteilung im Auge behält. Hat man das Forschungsprojekt erfolgreich abgeschlossen, steht man der Produktion und der Konstruktion als Experte und Berater zur Seite. Hilfe bei der richtigen Auswahl der Materialien und der Zusammensetzung wesentlicher Teile ist oft notwendig. Gleichzeitig müssen mit der Marketing- und Design-Abteilung Farbe, Form und Vermarktung der Neuerung besprochen werden.
Karriereaussichten
Eine der positiven Aspekte einer Karriere in der Forschung ist, dass man auch ohne ständiges Erklimmen der Karriereleiter mit einer sehr abwechslungsreichen Tätigkeit betraut ist. Jedes Projekt unterscheidet sich vom vorherigen, Flexibilität und Offenheit für Neues sind entscheidend. Auslandseinsätze und die Zusammenarbeit mit Forschern aus der ganzen Welt lockern den Arbeitsalltag auf.
Generell gilt, dass der Wissens- und Know-how-Erwerb einen viel größeren Karriereanreiz darstellt, als das Erklimmen der Karriereleiter.
Wer dennoch gern zum Projektleiter, Labormanager oder Forschungsdirektor aufsteigen möchte, sollte zuerst überlegen, ob er auch bereit ist Pipette und Reagenzglas gegen Computer und Telefon zu tauschen. Schließlich ist man dann viel mehr für die Koordination und Organisation zuständig, als für das tatsächliche Forschen.
Dank der engen Zusammenarbeit der F&E-Abteilung mit den restlichen Unternehmensbereichen ergeben sich für Forscher auch zahlreiche Möglichkeiten ganz andere Karrierewege einzuschlagen. Gerade jene, die einen Bachelor, Master oder eine andere Zusatzausbildung in betriebswirtschaftliche oder rechtswissenschaftliche Richtung vorweisen können, sind sehr gefragt. Sie vereinen nicht nur wertvolle Erfahrungen und Einsichten in die F&E-Abteilung, sondern sind auch für die forschenden Mitarbeiter im Unternehmen attraktive Ansprechpartner und Repräsentanten ihrer Interessen.
So verlockend und einfach ein Umstieg in eine andere Abteilung nun vielleicht scheinen mag, so einfach ist es tatsächlich leider nicht. Forscher, die sich auf einen Umstieg vorbereiten, müssen über Jahre hinweg wertvolle Zeit und vieles an Geld in Weiterbildungen investieren. Der Übergang in einen anderen Unternehmensbereich ist dann meist auch an das Ablegen eingelernter, für die Forschung typischer Verhaltens- und Denkmuster und das Öffnen für Neues gekoppelt. Hat man aber gelernt mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen erfolgreich umzugehen und sich mit seiner neuen Beschäftigung voll und ganz identifiziert, dann sind die wirklich undenkbarsten Karrieren plötzlich denkbar.
Qualifizierte Forscher, die an einen Tapetenwechsel denken, sind mit entsprechenden Zusatzqualifikationen nicht nur für die Controlling- oder Marketing-Abteilung ihres Unternehmens interessant, sondern auch in universitären Kreisen sehr beliebt. Sie stellen das wichtige Bindeglied zur Wirtschaft dar. Interessenskonflikte sind hierbei aber sehr oft an der Tagesordnung. Schließlich prallen zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander.
Forschen als die einzige Berufsperspektive für Fachhochschul- und Universitätsabsolventen ist somit veraltet. Gerade jetzt ist ein deutlicher Trend zu einer Kombination von Natur-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften zu erkennen. Naturwissenschaftler sind gefragt wie nie und das nicht nur in der Forschung und Entwicklung.
Autorin: Christina Riegler
life-science Karriere Services
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