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Samstag, 31 Juli 2010
 
 
Brauchen wir Werte? | Drucken |  E-Mail

Image Brauchen wir Werte? Und wozu sind sie überhaupt gut?


Im Interview mit Trainer René Knor lassen wir uns erklären was Werte sind, wie sie entstehen und auf welche Weise sie uns selbst und das Miteinander beeinflussen.

 


life-science:
Was sind Werte?

René Knor: Werte sind die Säulen unserer Persönlichkeit und wir können Sie ähnlich wie mit Hauptstädten unserer Persönlichkeit vergleichen. Sie bestimmen unser Verhalten und sind richtungweisend für unsere Handlungen. Werte entscheiden ob wir etwas als gut oder böse, richtig oder falsch erachten. Zusammengefasst, sie bilden die Grundlage wie wir die Welt be-werten.

life-science: Wie entstehen Werte?
René Knor: Es gibt drei Perioden, die Menschen bei der Werteentwicklung durchlaufen. Von der Geburt bis zum 7. Lebensjahr ist es die Prägephase. Das Kind nimmt seine Umgebung wie ein Schwamm auf und die Grundwerte werden gebildet. Zwischen dem 8. und 13. Lebensjahr beginnen die Kinder das Verhalten ihrer Umgebung nachzuahmen, zu modellieren. Es ist die Modellierungsphase. Sie übernehmen die Werte der Menschen, die sie modellieren. Die 3. Phase, die Sozialisationsphase, ist von sozialen Interaktionen geprägt und findet vom 14. bis zum 21. Lebensjahr statt. Die Grundwerte werden mit ca. 10 Jahren gebildet und festigen sich bis zum 21. Lebensjahr. Das heißt Werte entstehen aus unserer Familie, von Freunden, aber auch geographischer und wirtschaftlicher Lage, Wohlstand, Medien…

life-science: In ihrer Arbeit mit Wertemanagement betonen Sie den Unterschied zwischen Werten und Erfüllungskriterien. Können Sie uns diese näher erläutern?
René Knor: Erfüllungskriterien sind Mittel zum Zweck. Ein Wert ist dagegen nie nur ein Mittel zum Zweck. Ich gehe hier mit Dr. Reiss konform, der 16 Lebensmotive und Werte postuliert. Nehmen wir den Wert Macht. Das Erfüllungskriterium dazu wird als hart arbeitend, leistungsmotiviert, erfolgreich und kraftvoll beschrieben, die für sich keine Werte sind. Genauso wenig wie Geld kein Wert ist.

life-science: Würden Sie sagen, dass Menschen mit gleichen Werten grundsätzlich besser miteinander können?
René Knor:
Die gleichen Werte zu haben, ist ein Vorteil, aber kein Garant. Ein Beispiel dazu, dass viele kennen: Zwei Menschen können den Wert „Partnerschaft“ haben und sich trotzdem nicht verstehen, weil jeweils andere Erfüllungskriterien vorhanden sind. Der eine hat das Bedürfnis für mindestens 3 Stunden täglich den Anderen zu sehen. Für den anderen ist 1x pro Woche ausreichend. D.h. erst durch die Reflexion der Werte und das Erkennen, was bedeuten meine und andere Werte, entsteht ein anderes Verständnis füreinander und mehr Toleranz und Akzeptanz.

life-science: Können der Geschäftsführer einer Umweltorganisation und der Generaldirektor einer Bank die gleichen Werte haben?
René Knor: Selbstverständlich. Sowohl der Geschäftsführer der Umweltorganisation als auch der Bankdirektor tragen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Wert „Macht“ in sich. Sie setzen sie aber unterschiedlich ein. Der eine umweltökologisch und der andere finanzökonomisch. Das ist wertungsfrei und heißt, dass keiner von beiden besser oder schlechter mit einem Wert umgeht.

life-science: Wie sieht es mit den persönlichen Werten aus, wenn diese nicht zusammen passen. Gibt es so etwas?
René Knor: Ja. Wenn wir uns unserer Werte und der Wertehierarchie nicht bewusst sind, entstehen innere Konflikte, wie z.B. Freiheit vs. Sicherheit. Dieses Dilemma führt zur Orientierungslosigkeit, wofür ich einstehe. Weiß ich was meine Werte sind und ist mein Handeln danach ausgerichtet, ist es auch für die Außenwelt spürbar. Ich bekomme Profil und Trennschärfe und werde von anderen als charismatisch gesehen. Wie ein Fels in der Brandung. Die Ausmaße von Wertekonflikten wird an der Zahl derer deutlich, die alleine im letzen Jahrhundert in Kriegen getötet wurden: 180 Millionen Menschen. Sie starben für Werte, die oft nicht einmal ihre eigenen waren. Daher ist es so wichtig, zu werden wer du bist, um mit Nietzsches Worten abzuschließen.

Kontakt:
NLP Akademie
Mag. (FH) Alexandra Forchtner
Grünangergasse 3-5/12
A-1010 Wien
Tel.: +43 (1) 368 45 78
www.nlpakademie.at
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 10 Dezember 2009 )
 
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