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Freitag, 18 Mai 2012
 
 
Podiumsdiskussion - Ist der Turnus noch zu retten? | Drucken |  E-Mail

Image Medizinstudium - Uni Ausbildung mit Job-Garantie?!

Jungmediziner sind auf den Turnus nicht angewiesen. Ihnen eröffnet sich ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten. Industrie und Öffentliche Verwaltung, Management und Forschung, Pharma, Medizintechnik, Biotechnologie etc. – die Auswahl ist groß. Der Turnus wird zu einer der Optionen nach der Promotion und muss sich zusehends um Bewerber bemühen. So das Ergebnis der Podiumsdiskussion an der Mdizinichen Universität Wien am 19.Oktober.

Zusammenfassung der Podiumsdiskussion

Zeitgleich mit den Demonstrationen veranstaltete an der Medizinischen Universität Wien die Österreichische Medizinerunion in Kooperation mit life-science Karriere Services die Podiumsdiskussion „Medizinstudium – Uni Ausbildung mit Job Garantie?!“ Neben der klassischen Laufbahn über den Turnus zum Arzt bieten sich den Medizinstudenten zahlreiche attraktive Karrieremöglichkeiten in Wirtschaft, Forschung und Verwaltung, beschreibt DI Zechner die berufliche Ausgangssituation von Medizinabsolventen. Dr. Rumler verwies darauf, sich einen breiten Blick für die beruflichen Möglichkeiten anzueignen und sich Zusatzqualifikationen wie Wirtschaftskompetenz oder Kommunikationsfähigkeiten, die im Studium  nicht angeboten werden, anzueignen. Die Pharmaindustrie ist interessiert an jungen, motivierten, begeisterungsfähigen Medizinern, die sich im medizinischen Bereich beruflich entfalten möchten.
ImageBetrachtet man die prekäre Situation, die die Jungmediziner im Rahmen der Turnusausbildung erwartet, drängt sich die Frage auf, ob sich dieser nicht irgendwann selbst abschafft, da er keine zeitgemäße Ausbildung bietet. Hoch qualifizierte Akademiker werden zu „Spritzenschanis“ degradiert wie es Dr. Pichlbauer pointiert ausdrückt. MMag Grill ortet auch bei fertigen Fachärzten eine mangelhafte Ausbildung. Ihnen fehle zunehmend Know-how in wichtigen medizinischen Aufgaben. Zum Beispiel Chirurgen fühlen sich oft nicht sattelfest beim Operieren, Gynäkologen fehlen ebenfalls wichtige OP-Fertigkeiten. Dr. Pankl, empfahl den Jungmedizinern bei der Wahl der Turnusstelle genau darauf zu achten, was sie im jeweiligen Krankenhaus lernen können, denn das entscheidet, ob sie anschließend auch eine qualifizierte Ausbildungsstelle zum Facharzt bekommen.
Zusätzlich müssen während der Ausbildung lange Wartezeiten einkalkuliert werden. Zwangspausen, in denen viele in medizinische aber nicht ärztliche Berufsfelder abspringen. So auch Dr. Baumgärtel, der sich, anstatt untätig zu warten, bis er die Ausbildung weiter fortsetzen kann, im Gesundheitsministerium bewarb und schließlich die angebotene Facharztausbildungsstelle nicht mehr angenommen hat. Wartezeiten in der Ausbildung werden somit zu einer kritischen Phase, während der Jungmediziner in andere Bereiche abwandern. Dr. van Ahsen ergänzt dass durch die prosperierende Gründerszene in den letzten Jahren mehrere tausend Arbeitsplätze im medizinischen und medizinnahen Bereich neu geschaffen wurden.  Zusammenfassend kann gesagt werden, die Begehrlichkeiten aus Wirtschaft, Verwaltung und aus dem Ausland sind groß und nicht nur die Zahl der Universitätsabsolventen wird über die Zahl der Ärzte entscheiden sondern auch die Qualität der anschließenden praktischen Ausbildung.

Foto: Die Podiumsdiskutanten v.l.n.r.
Dr. Christoph Baumgärtel, AGES PharmMed
Dr. Uwe van Ahsen, INiTS Universitäres Gründerberatungsservice Wien
Dr. Robin Rumler, Pfizer Austria, Pharmig
Dr. Ernest Pichlbauer, Gesundheitsökonom
MMag. Peter Grill, GRPconsult
Dr. Wolfgang Pankl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie

weitere Statements der Diskutanten
 Dr. Robin Rumler, "Die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitsverhalten der Bevölkerung, anstehende gesetzliche Reformen und kommunikationspolitische Neuerungen werden unsere Branche verändern. Menschen, die zu diesem Änderungsprozess beitragen können und wollen, werden ungeahnte Möglichkeiten haben sich einzubringen. Die Pharmaindustrie wird enorm an Bedeutung gewinnen." >>>mehr
 Dr. Ernest Pichlbauer "Das Medizinstudium ist ausschließlich darauf ausgerichtet, Ärzte auszubilden. In der Ausbildung sind weder wissenschaftliche noch wirtschaftliche, gesundheitsökonomische oder sozialmedizinische Schwerpunkte vorgesehen. Also all jene Kompetenzen, die es fertigen Medizinern erleichtern würden, auch in anderen Branchen Fuß zu fassen." >>>mehr
Dr. Wolfgang Pankl, "Wir haben den Beruf „Patient“ geschaffen, der seine Identität daraus schöpft, wie viel Aufmerksamkeit er vom Arzt bekommt, der, überspitzt formuliert, den Sinn seiner Existenz in der Krankheit sieht und den Verbleib in dieser Scheinwelt mit aller Vehemenz vom Arzt und dem System „Sozialversicherung“ einfordert". >>>mehr
 MMag Peter Grill, "Die Universitäten sind überfüllt, die Studienplätze beschränkt aber in den Kliniken mangelt es an Fachärzten für Psychiatrie, Anästhesie, Neurologie um einzelne Beispiele anzuführen.... Die Unterschiede in der Unternehmenskultur zwischen Industrie und Krankenhaus sind gravierend." >>>mehr
Eine Veranstaltung von life-science Karriere Services in Kooperation mit der Österreichischen Medizinerunion . Medienpartner: Universimed
    
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 29 Oktober 2010 )
 
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