Medizinstudium - Uni Ausbildung mit Job-Garantie?!
Jungmediziner sind auf den Turnus nicht angewiesen. Ihnen eröffnet sich ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten. Industrie und Öffentliche Verwaltung, Management und Forschung, Pharma, Medizintechnik, Biotechnologie etc. – die Auswahl ist groß. Der Turnus wird zu einer der Optionen nach der Promotion und muss sich zusehends um Bewerber bemühen. So das Ergebnis der Podiumsdiskussion an der Mdizinichen Universität Wien am 19.Oktober.
Zusammenfassung der Podiumsdiskussion
Zeitgleich mit den Demonstrationen veranstaltete an der Medizinischen Universität Wien die Österreichische Medizinerunion in Kooperation mit life-science Karriere Services die Podiumsdiskussion „Medizinstudium – Uni Ausbildung mit Job Garantie?!“ Neben der klassischen Laufbahn über den Turnus zum Arzt bieten sich den Medizinstudenten zahlreiche attraktive Karrieremöglichkeiten in Wirtschaft, Forschung und Verwaltung, beschreibt DI Zechner die berufliche Ausgangssituation von Medizinabsolventen. Dr. Rumler verwies darauf, sich einen breiten Blick für die beruflichen Möglichkeiten anzueignen und sich Zusatzqualifikationen wie Wirtschaftskompetenz oder
Kommunikationsfähigkeiten, die im Studium nicht angeboten werden,
anzueignen. Die Pharmaindustrie ist interessiert an jungen, motivierten,
begeisterungsfähigen Medizinern, die sich im medizinischen Bereich
beruflich entfalten möchten.
Betrachtet man die prekäre Situation, die die Jungmediziner im Rahmen
der Turnusausbildung erwartet, drängt sich die Frage auf, ob sich dieser
nicht irgendwann selbst abschafft, da er keine zeitgemäße Ausbildung
bietet. Hoch qualifizierte Akademiker werden zu „Spritzenschanis“
degradiert wie es Dr. Pichlbauer pointiert ausdrückt. MMag Grill ortet
auch bei fertigen Fachärzten eine mangelhafte Ausbildung. Ihnen fehle
zunehmend Know-how in wichtigen medizinischen Aufgaben. Zum Beispiel
Chirurgen fühlen sich oft nicht sattelfest beim Operieren, Gynäkologen
fehlen ebenfalls wichtige OP-Fertigkeiten. Dr. Pankl, empfahl den
Jungmedizinern bei der Wahl der Turnusstelle genau darauf zu achten, was
sie im jeweiligen Krankenhaus lernen können, denn das entscheidet, ob
sie anschließend auch eine qualifizierte Ausbildungsstelle zum Facharzt
bekommen.
Zusätzlich müssen während der Ausbildung lange Wartezeiten einkalkuliert
werden. Zwangspausen, in denen viele in medizinische aber nicht
ärztliche Berufsfelder abspringen. So auch Dr. Baumgärtel, der sich,
anstatt untätig zu warten, bis er die Ausbildung weiter fortsetzen kann,
im Gesundheitsministerium bewarb und schließlich die angebotene
Facharztausbildungsstelle nicht mehr angenommen hat. Wartezeiten in der
Ausbildung werden somit zu einer kritischen Phase, während der
Jungmediziner in andere Bereiche abwandern. Dr. van Ahsen ergänzt dass
durch die prosperierende Gründerszene in den letzten Jahren mehrere
tausend Arbeitsplätze im medizinischen und medizinnahen Bereich neu
geschaffen wurden. Zusammenfassend kann gesagt werden, die
Begehrlichkeiten aus Wirtschaft, Verwaltung und aus dem Ausland sind
groß und nicht nur die Zahl der Universitätsabsolventen wird über die
Zahl der Ärzte entscheiden sondern auch die Qualität der anschließenden
praktischen Ausbildung.
Foto: Die Podiumsdiskutanten v.l.n.r.
Dr. Christoph Baumgärtel, AGES PharmMed
Dr. Uwe van Ahsen, INiTS Universitäres Gründerberatungsservice Wien
Dr. Robin Rumler, Pfizer Austria, Pharmig
Dr. Ernest Pichlbauer, Gesundheitsökonom
MMag. Peter Grill, GRPconsult
Dr. Wolfgang Pankl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
weitere Statements der Diskutanten
| Dr. Robin Rumler, "Die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitsverhalten der Bevölkerung, anstehende gesetzliche Reformen und kommunikationspolitische Neuerungen werden unsere Branche verändern. Menschen, die zu diesem Änderungsprozess beitragen können und wollen, werden ungeahnte Möglichkeiten haben sich einzubringen. Die Pharmaindustrie wird enorm an Bedeutung gewinnen." >>>mehr |
| Dr. Ernest Pichlbauer "Das Medizinstudium ist ausschließlich darauf ausgerichtet, Ärzte auszubilden. In der Ausbildung sind weder wissenschaftliche noch wirtschaftliche, gesundheitsökonomische oder sozialmedizinische Schwerpunkte vorgesehen. Also all jene Kompetenzen, die es fertigen Medizinern erleichtern würden, auch in anderen Branchen Fuß zu fassen." >>>mehr |
Dr. Wolfgang Pankl, "Wir haben den Beruf „Patient“ geschaffen, der seine Identität daraus schöpft, wie viel
Aufmerksamkeit er vom Arzt bekommt, der, überspitzt formuliert, den Sinn
seiner Existenz in der Krankheit sieht und den Verbleib in dieser
Scheinwelt mit aller Vehemenz vom Arzt und dem System
„Sozialversicherung“ einfordert". >>>mehr
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| MMag Peter Grill, "Die Universitäten sind überfüllt, die Studienplätze beschränkt aber in den Kliniken mangelt es an Fachärzten für Psychiatrie, Anästhesie, Neurologie um einzelne Beispiele anzuführen.... Die Unterschiede in der Unternehmenskultur zwischen Industrie und Krankenhaus sind gravierend." >>>mehr |
Eine Veranstaltung von life-science Karriere Services in Kooperation
mit der Österreichischen Medizinerunion . Medienpartner: Universimed
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