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Freitag, 18 Mai 2012
 
 
Gut gegen Gut!? | Drucken |  E-Mail
Image "Wir stehen mittlerweile oft vor der Auseinandersetzung Gut gegen Gut, so formulierte es Gernot Stöglehner bei der Podiumsdiskussion „Dialog Klimaschutz und Biodiversität“, einer Veranstaltung der Satoyama Plattform für Naturschutz- und Biodiversitäsforschung an der Universität für Bodenkultur Wien. Er spielte dabei auf die Situation an, dass der dringende Ausstieg aus fossilen Energieträgern manchmal dem Schutz der biologischen Vielfalt entgegen steht. 

Klimaschutz und Schutz der biologischen Vielfalt: zwei konkurrierende Ziele der internationalen Umweltpolitik

"Die vermehrte Nutzung von sogenanntem Restholz aus dem Wald, das aber zum großen Teil aus feinen Ästen und Nadeln besteht, entzieht dem Waldboden zu viele Nährstoffe und ist ohne Düngung nicht nachhaltig", erklärte beispielsweise der Waldökologe Gerhard Glatzel. Für viele Pflanzen und Tierarten wertvolle Ackerbrachen werden auf Grund der Nachfrage nach pflanzlicher Energie in Energieplantagen umgewandelt. Die zusätzlich gewonnene Energie durch pflanzliche Rohstoffe oder den weiteren Ausbau der Wasserkraft kann die Energie aus fossilen Brennstoffen aber bei weitem nicht ersetzen. Wir müssen unsere Energieversorgung auf eine neue Basis stellen, so Gernot Stöglehner, der den ökologischen Fußabdruck als ein Instrument zur Veranschaulichung vorstellte.

Gemeinsame Verwirklichung

Man war sich einig, dass es nicht um ein entweder oder gehen kann, sondern darum beides zu verwirklichen: Klimaschutz und Biodiversitätsschutz. Für die Nutzung der Bioenergie wird es notwendig sein Nachhaltigkeitsstandards zu definieren, die auch berücksichtigen, welche Flächen in Energieplantagen umgewandelt werden. Es geht also darum Standards und Regeln zu entwickeln, die dann im konkreten Fall Entscheidungshilfe sind. Auf europäischer Ebene wird daran bereits gearbeitet. Christoph Wildburger, Konsulent für Umweltpolitik, forderte, dass sich die Wissenschaft vermehrt in die politischen Prozesse zur Ausgestaltung der internationalen Abkommen einbringen soll und begrüßte Initiativen, wie die BOKU Satoyama Plattform. Die Notwendigkeit Kräfte zu bündeln und gemeinsam aufzutreten, postulierte auch Christian Smoliner in seinem Eingangsreferat.

Energie effizient nutzen und sparen

Die Wasserkraft erscheint vordergründig als zukunftsträchtig, allerdings ist in Österreich dieser Bereich schon stark ausgebaut: 75% der Flüsse sind verbaut, der zusätzlich zu erzielende Energiegewinn entspricht ungefähr dem 3,5-fachen der jährlichen Steigerungsrate des Energiebedarfes, so Sybille Chiari in ihrem Vortrag. Der positive Effekt durch diese Kraftwerke wäre also in dreieinhalb Jahren verpufft, eine gleiche Steigerungsrate vorausgesetzt. Dies zeigt auch deutlich: die wichtigste Klimaschutzmaßnahme im Moment ist Energie effizienter zu nutzen und zu sparen.

Kontakt
DI Bernhard Splechtna, PhD
Koordinationsstelle der Satoyama Plattform
Institut für Integrative Naturschutzforschung,
Department für Integrative Biologie und Biodiversiätsforschung
Universität für Bodenkultur
Gregor-Mendel Str. 33, 1180 Wien
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www.boku.ac.at/satoyama.html/
01 47654 4503
Mobil: 0650 7828654

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 22 September 2010 )
 
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