| Madelaine Willeit: Mosambik im Zeichen des Wandels | | Drucken | |
Was will ich mit meinem Leben anstellen? Welche Schule, welches Studium, welcher Beruf passt zu mir? Worin bin ich wirklich gut? - Diese Fragen stellt sich jede/r wohl mindestens einmal im Leben. Für uns ist es normal, Ideen zu haben, Pläne zu schmieden und sich dann für das Eine oder Andere zu entscheiden. Doch nicht jeder hat diese Wahl und Entscheidungsfreiheit. Nicht hier in Chimoio, der drittgrößten Stadt Mosambiks, wo ich seit einem Jahr lebe.
Von amerikanisch zu mosambikanisch Fünf Jahre war TIOS – eine amerikanische NGO – in Chimoio tätig und hat dort ein Zentrum für Kinder und Jugendliche betrieben. Gegründet von einer US-amerikanischen Freiwilligen war das Ziel, Kenntnisse zur Bewältigung des Alltags zu erwerben, Grundlagen gesundheitsfördernder Maßnahmen beizubringen und auch hilfreiche Tipps für den Arbeitsmarkt zu geben. TIOS hat mit Ende 2009 geschlossen und wurde zur mosambikanischen Organisation ATM – Associação TIOS Moçambique (kurz ATM), meinem Projektpartner. ATM nahm sich unter anderem auch der HIV/Aids-Prävention an: So nähen junge Frauen, die in Mosambik meist den Haushalt lenken müssen, Puppenmodelle, die in unserem HIV/Aids-Aufklärungsprogramm eingesetzt werden. Geleitet wird das Projekt von ehemaligen Angestellten, LehrerInnen und SchülerInnen – oder besser gesagt, diese versuchen, das Projekt zu leiten... Gemeinsam kleine Schritte gehen Der Wandel zu einer lokalen Organisation ist eine große Chance, stellt aber gleichzeitig gerade am Anfang eine immense Herausforderung für alle Beteiligten dar: Diese Veränderung vom Angestellten zur Führungskraft zu begleiten, und das Team von ATM beratend zu unterstützen, das sehe ich als Fachkraft von HORIZONT3000 als einen Teil meiner Aufgabe. So versuchte ich in einem zweitägigen Visualisierungs-Workshop gemeinsam mit meinem damaligen Kollegen Aleixo, den MitarbeiterInnen die neuen Aufgaben verständlich und begreifbar zu machen. Anhand von Mind Maps, Auflistung von Verantwortlichkeiten, Erarbeitung von Stärken und Schwächen - alles auf eine spielerische und partizipative Art – machten wir gemeinsam diesen ersten Schritt. Das Erfolgsrezept: Einfach tun! Die fehlende Führungserfahrung ist aber nicht die einzige Herausforderung für ATM: Keine GeldgeberInnen, kein Einkommen, kein/e KoordinatorIn – derzeit gilt es sehr viele Hürden zu überwinden. Doch auch wenn manchmal alles steil und schwierig erscheint, findet sich immer irgendwie ein Weg. Vor allem dann, wenn man eigene Ideen entwickelt und umsetzt – einfach tut! So wie die Präsidentin von ATM, Berta zum Beispiel: Sie hat sich hingesetzt und angefangen, an einer Tasche zu nähen. Nachdem der erste Prototyp fertig war, wurde gemeinsam mit dem Kollegen Roberto an den Feinheiten gefeilt. Und weil wir auch eine elektrische Stickmaschine besitzen, haben wir das ATM-Logo auf ein Label gestickt und dieses als Etikett auf der Tasche platziert. Voilà, ein neues Produkt und eine neue Einnahmequelle sind entstanden. Außerdem möchten wir in Zukunft den Mädchen in unseren Kursen beibringen, die Taschen selbst herzustellen, um Nähen und somit ein Handwerk zum Geldverdienen zu erlernen. Geteilte Freude ist doppelte Freude Manchmal gibt es bei uns plötzlich keinen Strom mehr! Nicht, weil Chimoios Elektrizitätswerk Probleme hat, sondern weil ATM das Geld dafür ausgegangen ist. Dann verlasse ich meinen Arbeitsplatz am Computer und geselle mich zur Mädchenrunde, die fleißig dabei sind, die Taschen und Puppen zu nähen: Mit konzentrierten Gesichtern sitzen sie da, Nerzita singt leise vor sich hin; dann steigt Berta mit in den Gesang ein, und plötzlich herrscht eine fast familiäre Stimmung. Wenn sie bemerken, dass ich sie beobachte, dann kommt mir ein strahlendes Lachen entgegen. Genau diese Menschen, mit denen ich Tag für Tag in Berührung bin, und ihre Herzlichkeit machen meinen Projekteinsatz bei HORIZONT3000 für mich persönlich so wertvoll machen. Dafür bin ich dankbar - und lächle zurück. Infos zum Projekt: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können |
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| Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 22 September 2010 ) |
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Was will ich mit meinem Leben anstellen? Welche Schule, welches Studium, welcher Beruf passt zu mir? Worin bin ich wirklich gut? - Diese Fragen stellt sich jede/r wohl mindestens einmal im Leben. Für uns ist es normal, Ideen zu haben, Pläne zu schmieden und sich dann für das Eine oder Andere zu entscheiden. Doch nicht jeder hat diese Wahl und Entscheidungsfreiheit. Nicht hier in Chimoio, der drittgrößten Stadt Mosambiks, wo ich seit einem Jahr lebe.







