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Wie bauen Sie sich Ihr eigenes Netzwerk auf?
Einfach gesagt, Sie beginnen damit, Visitenkarten zu sammeln, allerdings ist dies nur der erste Schritt. Bei Veranstaltungen gehen Sie aktiv auf Menschen zu, um sie kennenzulernen. Eine unverfängliche Einstiegsfrage kann dabei sein: "Welchen Bezug haben Sie zum Thema der Veranstaltung?" Mit dieser einfachen Frage erfahren Sie relativ rasch, aus welchem Umfeld Ihr neuer Gesprächspartner kommt. Sie erfahren, "Wer ist mein Gegenüber?". Sie tauschen
sich aus, wer macht was und checken dabei die gegenseitigen Berührungspunkte.
Wenn Sie Gemeinsamkeiten finden, werden Sie vermutlich länger im Gespräch bleiben, wenn nicht, dann gehen Sie weiter. Ein
„Beschnuppern“ und das war´s dann auch schon für
den Anfang. Sie haben auf jeden Fall eines bereits gecheckt - "ist mir der andere sympatisch?". Je nachdem, ob Sie sich gegenseitig interessant oder sympathisch gefunden haben, werden Sie beim nächsten Treffen das Gespräch fortsetzen und sich gegenseitig wieder auf den neuesten Stand bringen.
Damit ist diese Person bereits ein Teil Ihres Netzwerkes.
Wie geht es weiter?
Vorerst gar nicht. Aber vielleicht suchen Sie nach ein paar Wochen oder Monaten nach einem bestimmten
Spezialisten oder werden von einem Ihrer anderen Netzwerkpartner nach jemandem gefragt, der jene Fähigkeiten hat, die genau zu jenen Ihres Gesprächspartners passen. Nun können Sie diese beiden miteinander in Kontakt bringen.
Vielleicht fragen Sie sich nun - was haben Sie davon?
Von dieser Kontaktanbahnung haben Sie selbst keinen direkten konkreten Nutzen. Aber Sie haben zwei Netzwerkpartnern weitergeholfen. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich im Gegenzug ebenfalls mit einer Kontaktanbahnung, der Weitergabe einer wichtigen Information etc. revanchieren. Bzw. dass Sie das nächste mal derjenige sind, der ganz unverhofft mit einem Geschäftspartner zusammengeführt wird.
Welche Vorteile bringt Ihnen ein Netzwerk?
• Von Netzwerkpartnern erfahren Sie in informellen Gesprächen
oft, wie es hinter den Kulissen läuft. Sie sind über Entwicklungen
am Markt, in Unternehmen oder über relevante Details früher
informiert und können dieses Wissen in Ihre beruflichen Entscheidungen
mit einbeziehen.
• Sie lernen potenzielle Geschäftspartner auch persönlich
kennen und können sie besser einschätzen.
• Sie profitieren vom Erfahrungsaustausch und lernen von den Erfahrungen
der anderen.
Wie pflegen Sie Ihr Netzwerk?
Bei Netzwerken gilt, bleiben Sie in Kontakt, aber gehen Sie nicht auf die Nerven. Geben Sie Informationen weiter, wenn Sie annehmen, dass sie für den anderen interessant sein können. Dass Tratsch und Betriebsgeheimnisse dabei absolutes Tabu sind, versteht sich von selbst. Gehen Sie Menschen, die Ihnen unautorisiert Vertraulichkeiten weitergeben, aus dem Weg. So wie diese Personen Ihnen "Geheimnisse" zuspielen, genauso verantwortungslos gehen sie auch mit Ihren Informationen, die Sie weitergeben, um.
Bedanken Sie sich, wenn Sie ein Netzwerkpartner jemandem weiterempfohlen hat oder Sie eine hilfreiche Information bekommen haben.
Netzwerke zeichnen sich durch ihre sehr offene Struktur aus. Sie funktionieren
nach dem Prinzip des Gebens und Nehmens. Wobei es durchaus der Fall sein kann, dass Sie von jemand ganz anderen etwas zurück bekommen, als wem Sie zuvor etwas gegeben haben. Auch innerhalb der Netzwerke wirkt Mundpropaganda. Über kurz oder lang spricht es sich herum, wer aller in ein Netzwerk investiert und wer lediglich seinen eigenen Nutzen daraus ziehen möchte.
Können Sie einem Netzwerk gegenüber Ansprüche geltend
machen?
Nein, wenn Sie feststellen, dass in erster Linie Sie derjenige sind, der
in das Netzwerk investiert und die anderen mehr oder weniger nur davon
profitieren, werden Sie Ihr Engagement zurücknehmen bzw. sich anderen
Kreisen zuwenden, von denen Sie sich mehr Anerkennung und Rückfluss erwarten. Es gibt
keine gegenseitige Schuldigkeit und Verpflichtung. Ein Netzwerk funktioniert nach den grundlegenden
Spielregeln des Zusammenlebens. Gegenseitiger Respekt, Ehrlichkeit, Verbindlichkeit,
und Verlässlichkeit gelten hier genauso wie im realen Leben. Erwarten Sie vom anderen nicht mehr, als Sie selbst
zu geben bereit sind.
Was unterscheidet Netzwerke von Seilschaften und Freunderlwirtschaft?
Auch unter Netzwerkpartnern spielt persönliche Sympathie
eine wichtige Rolle. Vermutlich noch mehr als bei Seilschaften. In Seilschaften und bei "Freunderlwirtschaft" hilft
man sich aufgrund von wechselseitiger Verpflichtungen und Schuldigkeit. Man hilft dem anderen, weil er im selben Club ist aber nicht, da man von seiner persönlichen und fachlichen Kompetenz überzeugt ist. In Netzwerken hat die persönliche Kompetenz, sowohl fachlich als auch sozial einen wesentlich höheren Stellenwert. Ein Netzwerkpartner will mit seiner Weiterempfehlung zuerst einen Nutzen stiften, um später selbst einen Vorteil aus dem Netzwerk zu ziehen.
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