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Samstag, 04 Februar 2012
 
 
Neue Möglichkeiten für Galantamin | Drucken |  E-Mail
Für den Wirkstoff Galantanin, der bereits heute weltweit für die Therapie der Alzheimer Demenz eingesetzt wird, zeichnen sich neue Anwendungsmöglichkeiten bei Vergiftungen mit Nervengas und Insektiziden ab. Dadurch erwartet sich die Sanochemia Pharmazeutika AG neue Märkte und Einsatzmöglichkeiten für diesen Wirkstoff und plant die Beteiligung an Countervail Corp..

Für den Wirkstoff Galantanin, der schon bisher weltweit erfolgreich für die Therapie der Alzheimer-Demenz eingesetzt wird, zeichnen sich bei Nervengas-Vergiftungen völlig neue Anwendungen ab. Am 1. August hatte die US-Firma Countervail Corp. (Marlton, New Jersey) die exklusive Einlizensierung der Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für Galantamin in dieser bis dato unbekannten Anwendung bekannt gegeben.

Experten sehen eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten und schätzen den diesbezüglichen Bedarf an Galantamin um ein vielfaches höher ein als bei der Alzheimer-Anwendung. Galantamin könnte demnach eine bedeutende Rolle bei Kampfstoff-Vergiftungen im militärischen Bereich wie auch im Zivilschutz als Vorsorge zur nationalen Sicherheit spielen. Aber auch in der Landwirtschaft, wo vielfach Insektizide mit einem ähnlichen Wirkmechanismus ohne entsprechenden Personenschutz versprüht werden, besteht großer Bedarf an einem Antidot wie Galantamin es ist. Vor allem in weniger entwickelten Gebieten kommt es bei Landarbeitern ununterbrochen zu Vergiftungen mit Todesfolge oder lebenslangen Spätschäden.

Nach publizierten und international patentierten Forschungsergebnissen von Wissenschaftlern der University of Maryland in Baltimore kann das erwiesenermaßen besser verträgliche Galantamin sowohl vorbeugenden Schutz bieten als auch – bei Einnahme unmittelbar nach erfolgter Vergiftung – die Symptome lindern und vor allem die Sterblichkeit stark verringern. Besonders interessant sind auch die Hinweise, daß Galantamin die irreversiblen Hirnschäden, die oft auch bei an sich geringfügigen Kampfstoff-Vergiftungen als Spätfolge auftreten, verhindern oder begrenzen kann.

Sanochemia plant, sich über ihre Tochterfirma Sanochemia Corp. USA (Westport, NJ) in einem Ausmaß von etwa 40% des Stammkapitals an Countervail Corp. zu beteiligen. Eine enge Zusammenarbeit von Countervail mit der Universität Maryland ist geplant, gute Kontakte zur US-Armee und zum Department of Homeland Security bestehen ebenfalls. Sanochemia wird im Rahmen ihrer Wirkstoff-Synthese sowie mit ihrem pharmazeutischen Know-how in Neufeld (Burgenland, Österreich) den Wirkstoff Galantamin und die benötigten galenischen Entwicklungen für die Kampfstoff-Antidot Präparate bereit stellen.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 10 August 2007 )
 
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