Zero Waste bei schwermetallhaltigen Reststoffen
Leobener Wissenschafter arbeiten an Recyclingkonzepten für schwermetallhaltige
Reststoffe aus der metallurgischen Industrie.
Komplexe Reststoffe, die bei metallurgischen Prozessen entstehen, sind durch
eine Vielzahl enthaltener Elemente wie Blei, Zink, Kupfer, Fluor, Chlor usw.
sowie deren Verbindungen gekennzeichnet. Vor einigen Jahren wurde der
überwiegende Anteil dieser Materialien einer Deponierung zugeführt, und es
bestand ein verhältnismäßig geringes Interesse an einer Rückgewinnung darin
enthaltener Wertstoffe. Heute rücken diese Reststoffe aufgrund der strenger
werdenden Umweltgesetzgebung zunehmend in das Zentrum von Forschung und
Entwicklung. |
Alternativen zur DeponieKomplexe Reststoffe aus der Stahl-, Zink-, Edelstahl- und Bleiindustrie
stellten noch vor wenigen Jahren Abfallprodukte dar, welche ohne großem
technischen bzw. finanziellen Aufwand in der Mehrzahl einer Deponierung
zugeführt wurden. Entsprechend gering zeigten sich die Forschungsbemühungen auf
diesem Gebiet. Erst eine Verschärfung der Umweltgesetzgebung führte zu einer
Intensivierung der wissenschaftlichen Aktivitäten, welche jedoch bis heute
meist lediglich schnelle Prozesslösungen anstreben, ohne grundlegende Vorgänge
und Hintergründe eingehend zu studieren. Univ.-Prof. Dr. Helmut Antrekowitsch
von der Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität Leoben untersucht mit
seinem Team Möglichkeiten um diese Sekundärmaterialien wirtschaftlich
aufzuarbeiten. Gemeinsam mit der Steirischen Firma ARP GesmbH wurde ein Bridge-Projekt
der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) gestartet, um das
Schmelz- und Reduktionsverhalten dieser Reststoffe zu untersuchen und in der
Folge neue Aufarbeitungsverfahren zu entwickeln.
Beschreibung der Reststoffe und Modellierung unter Prozessbedingungen als
Lösungsansatz.
Die selektive Entfernung von Verunreinigungen wie Fluor und Chlor aus diesen
Materialien ist wesentlich für deren Verwertungspotenzial. Dennoch findet sich
auch heute noch kaum Literatur zu dieser zentralen Problemstellung insbesondere
dem physikalisch-chemischen Verhalten dieser Metalle, Halogene und deren
Verbindungen. Ähnlich verhält es sich mit der detaillierten Darstellung des
Phasenaufbaus, der Schmelz- und Reduzierbarkeit bzw. dem Verhalten von Refraktärmetallverbindungen.
Dies führt häufig zu Verfahrensentwicklungen, bei welchen jedoch nur ein
einzelner Wertstoff mit ungenügendem Ausbringen extrahiert und abermals große
Mengen an Reststoffen generiert werden.
Um die Basis für ein Verfahren zu schaffen, welches eine umfassende Lösung hin
zu einem „zero waste“-Prozess darstellt, sind umfangreiche Untersuchungen der
Einsatzmaterialien notwendig. Des Weiteren muss durch die Generierung eines
makrokinetischen Modells die Beschreibung der Schmelz- und Reduktionsvorgänge
fernab vom thermochemischen Gleichgewicht ermöglicht werden.
Gute Entwicklung des MarktesAufgrund der gestiegenen Umweltauflagen und daraus resultierenden hohen
Deponiekosten sowie drastisch gestiegenen Preisen der Wertmetalle, stellen
diese Reststoffe einen wichtigen Rohstoff für die Industrie dar. Betrachtet man
zugleich den Mangel an Konzentraten in der Nichteisenmetallurgie bei stetig
steigendem Metallverbrauch, so ist die Nachfrage an Sekundärrohstoffen und den
dazugehörenden Verfahren entsprechend groß. Das Vorliegen von fundierten
Konzepten, welche ein hohes Ausbringen, eine hohe Selektivität und Qualität
erlauben, bietet nicht nur in technisch/wirtschaftlicher sondern auch in
ökonomischer Hinsicht deutliche Vorteile.
Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Helmut Antrekowitsch
Nichteisenmetallurgie – Montanuniversität Leoben
Tel.: 03842-402-5200
Email:
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 12 Oktober 2007 )
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