Mit der life-science-career bieten wir Ihnen als NaturwissenschafterInnen Gelegenheit, sich einen Abend lang rund um das Thema Karriere auszutauschen. Unternehmen kennen zu lernen, und von diesen zu erfahren, worauf Sie Wert legen und welche Möglichkeiten sie Ihnen bieten können. Eine Karriere kann viele Gesichter haben. Entscheidend ist, dass jeder jenen Platz findet und einnimmt, der seinen/ihren Interessen und Fähigkeiten am stärksten entspricht. Es gibt kein vorgefertigtes Bild darüber, was Karriere und Erfolg sind, dies ist für jeden individuell. Je früher Sie herausfinden, in welche Richtung Sie selbst gehen möchten, umso eher werden Sie an Ihren Zielen ankommen.    
Ein Rückblick zur life-science-career02 Bereits am Beginn stellte Dr. v.
Gabain klar, dass er niemals den Weg nach oben gegangen ist, sondern
sich immer für die Sache selbst interessiert hat. Als Student wich er
mit einem Studium irregulare (Mathematik, Physik, Chemie, Medizin, Genetik) von ausgetretenen Pfaden ab und
zustäzlich interessierte sich dafür, was außerhalb Deutschlands im
Bereich der Genetik geforscht und entdeckt wurde.
Die
Naturwissenschaftern sieht er als eher introvertierte Menschen, die er
dazu ermutigt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, neugierig zu
sein, auf andere Menschen zuzugehen, anderen Menschen zuzuhören. Eine
Karriere, wie immer man den Begriff Karriere auch definiert, ergibt
sich, wenn man Möglichkeiten erkennt, Chancen ergreift und aktiv ist.
Fehler sind hilfreiche Lehrmeister. In jedem Leben gibt es Niederlagen
und Rückschläge. In diesen Situationen ist es wichtig, sich nicht
entmutigt und schmollend zurückzuziehen, sondern zu reflektieren, was
habe ich falsch gemacht, - jeder Mensch macht Fehler, - sich selbst
verzeihen und überlegen, was kann ich anders machen. DI
Theil-Gangl wies darauf hin, dass es sie nicht imponiert, wenn jemand
der Sohn oder die Tochter des Generaldirektors ist, viel entscheidender
ist für sie, was kann jemand und wie engagiert ist er oder sie. Führung
setzt sie mit Verantwortung übernehmen gleich. Als Führungskraft muss
man Entscheidungen treffen, auch wenn nicht alle Parameter bekannt und
vorhersehbar sind. Und man muss danach auch mit den Konsequenzen einer
Entscheidung leben. Als Führungskraft weiß man nicht über jedes Detail
Bescheid, dafür gibt es Experten und die Mitarbeiter. Man muss einem
Rechtsexperten vertrauen, dass er einen Vertrag richtig ausgearbeitet
hat, man kann nicht jeden Absatz selbst nachkontrollieren. Wer nicht
delegieren kann, der kann auch nicht wachsen, da zu viele Ressourcen
unnötig gebunden sind.
Den großen Unterschied zwischen einer
Führungsaufgabe und einer beratenden Tätigkeit sieht sie in der
Möglichkeit, als Führungskraft selbst zu gestalten und umzusetzen,
während man in der Beratung immer davon abhängt, was die anderen aus
erarbeiteten Vorschlägen machen. Für Dr. Url war die Dissertation
die wesentliche berufliche Weichenstellung. Als promovierter
Veterinärmediziner stellte er fest, dass der reale Alltag des
Tierarztes wenig Abwechslung bietet. Er entschied sich für den Weg der
Lebensmittelqualität und -sicherheit. Die erste BSE Krise in Österreich
wurde für ihn zur großen Chance. Bereits als Leiter des Qualitätslabors
der AMA (Agrar Markt Austria) verfasste er Konzepte und erarbeitete er
Vorschläge für die Lebensmittelsicherheit. Als Querdenker auf sich
aufmerksam gemacht, wurde er in die Gründung der AGES Agentur für
Gesundeheit und Ernährungssicherheit einbezogen und schließlich mit der
Geschäftsführung betraut. Nach wie vor beobachtet er in der
Lebensmittelsicherheit ein schwarz - weiß Denken. Entweder die
Darstellung einer verklärten Idylle oder eines grenzenlosen Skandals.
Beides gehe an der Wirklichkeit vorbei, Die Aufgabe der Wissenschaft
wäre es in dem Graubereich der dazwischen liegt aufklärend zu forschen.
Die
Unternehmen MSD, Merck Sharp & Dohme, Pfizer und die
Österreichischen Bundesforste boten Einblick in ihre Geschäftstätigkeiten. DI Johann Sauprigl stellte die Österreichischen Bundesforste AG vor, die zu 100 % dem Bund gehört. Ca. 10 % der österr. Staatsfläche und 80 Seen sind im Eigentum der Bundesforste. Zu ihren Aufgaben zählen sie die Erhaltung der Landschaft und Naturräume bei gleichzeitiger nachhaltiger Bewirtschaftung der Waldflächen. Den Erholungssuchenden soll freier Zugang zu Wäldern und Seen möglich sein. Von den ca. 1.200 Mitarbeitern sind der Großteil forstwirtschaftlich ausgebildete Mitarbeiter. Zunehmend sind auch andere Berufsbilder gefragt z.B. für die Bereiche Tourismus, Erneuerbare Energien oder Immobilien. Positioniert zwischen ökologischen - gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen sehen sie es als Ihren Auftrag diese scheinbaren Interessensgegensätze auszugleichen.
Sowohl MSD als auch Pfizer sind
Pharmaunternehmen, die ethische Produkte (= rezeptpflichtige Produkte) anbieten.
Beide forschen und entwickeln weltweit an neuen Medikamenten. Sie
forschen und entwickeln nicht an Generika. Die Entwicklung neuer Produkte dauert bis zu 12 Jahren. MSD Merck Sharp & Dohme wies darauf hin, dass es in Österreich noch ein zweites Unternehmen Merck gibt, mit dem es zwar gemeinsame Wurzeln in Deutschland gibt, aber heute sind es zwei voneinander unabhängige Unternehmen. In der Unternehmensphilosophie sieht sich MSD dem Patienten verpflichtet und die tägliche Arbeit kennzeichnet die Teamatmosphäre. Fr. Mag. Fucik hob hervor - "Mit Ellbogentechnik kommt man bei uns nicht voran". MSD weiß es zu schätzen, wenn Mitarbeiter im Management auch irgendwann Erfahrungen im Außendienst gesammelt haben.
Als weltweit größtes Phamraunternehmen nimmt Pfizer für sich in Anspruch "führendes Unternehmen im Gesundheitsbereich zu sein - zum Nutzen von Patienten, Kunden, Kollegen, Investoren, Partner und der Gemeinschaften, in denen sie arbeiten und leben". In Österreich mit einer Vertriebsniederlassung präsent zählen sie 190 Mitarbeiter. Fr. Mag. Kunz bschrieb kurz die Aufgabenbereiche einzelner Positionen wie z. B. Medical Advisor, Product Specialist, Das populärste Produkt Pfizers ist zweifelsohne Viagra.
In beiden Unternehmen sind Naturwissenschafter mit zusätzlicher wirtschaftlicher Kompetenz heiß begehrt. Die Frage soll nicht lauten "wie verdiene ich mehr?" sondern "wie komme ich in eine gut bezahlte Position?" betonte Dr. Pramböck gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Weiters ergänzte er "Das Gehalt ist Verhandlungssache". Es gibt keine Formel, mit der man es errechnet. Zahlreiche Faktoren üben darauf ihren Einfluss aus. Für ein und dieselbe Position können die Gehälter weit streuen. Es kann davon abhängen ist es die Geschäftsführung eines Großunternehmens mit mehreren hundert Mitarbeitern oder eine kleine Firma mit 3 Mitarbeitern. Was ist in dieser Branche üblich, in dieser Region, welche sonstigen Benefits werden geboten.
Das Einstiegsgehalt von Akademikern unterscheidet sich am Beginn kaum von jenem Gehalt der Nichtakademiker. Allerdings entwickeln sich die Gehälter von Akademikern im Verlauf der Jahre erkennbar besser. Zu einer weiteren Gehaltsschere kommt es zwischen Führungskräften und Spezialisten. Führungskräfte verdienen ebenfalls erkennbar besser als Spezialisten. Weiters gab Dr. Pramböck den Denkanstoß - "Wenn
man die Leute fragt, warum sie erfolgreich sind, dann sagen Sie meistens Zufall". Bis zu einem gewissen Grad stimme es, denn es müssen viel verschiedene Faktoren zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammenspielen. Aber man kann dem Zufall nachhelfen indem man sich in Situationen begibt, in denen solche Zufälle begünstigt werden. Sprich Veranstaltungen besuchen, sich mit Menschen austauschen, anderen Menschen sagen was man kann und was man will.    
Beim anschließenden Networking gab es viel Gelegenheit sich auszutauschen, mit Unternehmen in Kontakt zu kommen. Sich über Unternehmen zu informieren. Als Veranstalter freuen wir uns darauf, für Sie die nächste life-science-career03 - voraussichtlich Ende April 2008 - vorzubereiten. Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Erfolg, viele glückliche Zufälle und dass Sie Ihren beruflichen sowie persönlichen Zielen und Wünschen näher kommen. |