|
Ilse & Helmut Wachter Preis |
| Drucken |
|
E-Mail
|
Mit Prof. Irving L. Weissman erhält einer der Pioniere der Stammzellenforschung den mit 15.000 Euro dotierten diesjährigen Ilse & Helmut Wachter Preis. Gemeinsam mit seinem Team gelang es ihm 1988 erstmals blutbildende Stammzellen in Mäusen und später bei Menschen zu identifizieren und zu isolieren.
|
Weissman ist nicht nur ein weltbekannter Pathologe, Immunologie und
Entwicklungsbiologe, sondern auch ein engagierter Krebsforscher.
Gemeinsam mit seinem Team gelang es ihm 1988 erstmals blutbildende
Stammzellen in Mäusen und später bei Menschen zu identifizieren und zu
isolieren. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Erfahrungen ist Weissman
ein prononcierter Kämpfer für die wissenschaftliche Freiheit im Rahmen
der Stammzellenforschung. Stammzellen sind Zellen, die zur Selbsterneuerung befähigt sind. Sie sind der Ursprung aller Gewebe und daher potentiell ein außerordentlich vielversprechendes Hilfsmittel zur Regeneration geschädigter Organe. Man unterscheidet embryonale und adulte (Erwachsenen-) Stammzellen die embryonalen standen aus ethischen Gründen seit jeher im Zentrum einer kontroversiellen Diskussion und sind für experimentelles Arbeiten nicht zugelassen. Nicht so die adulten Stammzellen, die aus dem Körper des Patienten selbst entnommen werden können.Die Isolierung und Züchtung adulter Stammzellen waren eines der schwierigsten und bedeutendsten Probleme der modernen Medizin. Irving L. Weissman ist der Pionier dieses Arbeitsgebietes. Er war entscheidend an der Entwicklung des Konzepts der Stammzellen beteiligt und entwickelte geeignete Markierungsmethoden, die das Erkennen und damit die Isolierung der Stammzellen ermöglichen. 1988 isolierte er erstmals blutbildende Stammzellen aus dem Knochenmark erwachsener Mäuse und Menschen. Später identifizierte und isolierte Weissman Stammzellen weiterer Gewebe (u.a. Nerven und Muskeln). In der Folge wandte sich Weissman der Erforschung der Anwendung adulter Stammzellen in der Regenerativen Medizin zu, etwa im Ersatz geschädigter Nervenzellen nach Rückenmarks-Traumen oder bei genetischen oder degenerativen Krankheiten (z.B. der Alzheimer-Krankheit).
Ein weiteres fundamentales Anwendungsgebiet des Stammzellen-Konzepts ist die Krebs-Stammzelle: Während man früher meinte, dass alle Krebszellen unbeschränkt vermehrungsfähig seien, weiß man durch die Arbeiten Weissmans, dass dies nur auf die in jedem Tumor befindlichen Stammzellen zutrifft. Da diese über sehr vielseitige Schutzmechanismen gegenüber Bestrahlung und medikamentöser Behandlung verfügen, müssen sie daher das eigentliche Ziel der therapeutischen Intervention sein - ein völliges Umdenken, das sich bereits in der Praxis auszuwirken beginnt. Internationale Vernetzung der Innsbrucker Medizin fördern
Der vom emeritierten Ordinarius der Medizinischen Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Helmut Wachter, gestiftete Ilse & Helmut Wachter-Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre mit Unterstützung der Hypo Tirol Bank AG im Rahmen eines Festaktes verliehen und hat sich zum Ziel gesetzt, jeweils eine Persönlichkeit mit besonders herausragenden wissenschaftlichen Verdiensten auf dem Gebiet der Medizin zu ehren. Eine weitere Absicht des Stifters war und ist es, weltweit renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Innsbrucker Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu bringen und damit den internationalen wissenschaftlichen Austausch auf höchstem Niveau zu fördern. Kandidatinnen und Kandidaten werden nur durch Nominierung im Rahmen einer weltweiten Recherche, nicht aber durch Selbstbewerbung benannt. Mitglieder der Medizinischen Universität Innsbruck können den Preis nicht erhalten. Die Auswahl des Preisträgers erfolgt durch eine neunköpfige Jury aus der Medizinischen Universität. Der Preis ist hoch dotiert (dzt. 15.000 Euro) und sehr begehrt. Ein deutlicher Hinweis für seine Qualität ist die Tatsache, dass die ersten Preisträger des Wachterpreises, Avram Hersko und Aron Ciechanover (1999), im Jahr 2004 den Nobelpreis für Chemie erhalten haben.
| |
|
Letzte Aktualisierung ( Montag, 12 November 2007 )
|