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An dieser Diskussion haben teilgenommen:
Mag. Elmar Fleck, Personalleiter AstraZeneca,
Mag. Alexandra Fucik, Personalleiterin MSD Merck Sharp & Dohme
Mag. (FH) Michaela Huszar, Recruiting Manager, Pfizer
Mag. Heidrun Irschik, Head of Business Unit Ophtalpharmaka, Novartis
Dr. Christina Kunsch, Human Resource Manager, Eli Lilly
Wolfgang Schober, Landessprecher Wien, Bundesverband der Pharmareferenten Österr.
 Hr. Schober Der Pharmareferent bietet viele Chancen, sich beruflich zu entwickeln, beschreibt Schober seine eigene langjährige Erfahrung als Pharmareferent. Dies könne sowohl als Pharmareferent selbst sein, als auch in anderen Positionen innerhalb eines Unternehmens. Der Start als Pharmareferent bringt den Vorteil, dass man sich in der weiteren Karriere leichter tut, denn man hat Verständnis für den Kunden, weiß, was dieser braucht, kennt den Markt. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass Mitarbeiter zuerst als Pharmareferenten begonnen haben und dann in andere Positionen im Management weitergegangen sind.
Einstieg - Pharmareferentenprüfung
Der Einstieg ist nicht immer einfach, denn wer nicht Medizin, Veterinärmedizin oder Pharmazie studiert hat, muss die Pharmareferentenprüfung ablegen. Die Wartezeit für die Prüfung beträgt im Schnitt 12 Monate. Die Inhalte umfassen Bereiche der Medizin, Anatomie, Physiologie, Pharmakologie, Wirkstoffe, Arzneimittelrecht.
Neben diversen Anbietern von Vorbereitungskursen für die Pharmareferentenprüfung werden von der Donau Universität Krems in den einzelnen Bundesländern Universitätslehrgänge zur Vorbereitung auf die Pharmareferentenprüfung angeboten. Die Pharmareferentenprüfung selbst ist eine staatliche Prüfung und wird vom Bundesministerium für Gesundheit abgenommen. Richtlinien zur Pharmareferentenprüfung und
Informationen: http://www.bvpoe.at Bundesverband der Pharmareferenten Österreichs.
Anforderungen
Naturwissenschafter bringen aufgrund ihres Fachwissens gute Grundlagen für die Tätigkeit als Pharmareferenten mit. Sie sind fachlich fit und können Ärzte und Fachärzte besser beraten, beschreibt Irschik
die Vorzüge der Naturwissenschafter.
 Dr. Kunsch Kunsch bezeichnet die Pharmareferenten als die Formel-1-Fahrer unter den Aussendienstmitarbeitern, denn sie müssen fachlich unter den besten und kommunikativ top sein; sie müssen durch den ersten Auftritt beim Arzt überzeugen, Fragen über den molekularen Aufbau eines Präparates bis zu aktuellsten wissenschaftlichen Studien „auf Augenhöhe“ mit dem Arzt diskutieren können, das eigene Unternehmen und dessen Richtlinien gut kennen, ein umfassendes Wissen über das Gesundheitssystem und Krankenhausmanagement haben, gleichzeitig gut zuhören können sowie in der Lage sein in kürzester Zeit eine Beziehungsebene herzustellen und Netzwerke bilden, Organisationstalent haben und bei allem noch pfiffig und charmant sein. Fleck weist auf die Notwendigkeit hin, ständig Neues hinzulernen zu müssen, denn es erscheinen immer wieder neue Studien, neue Produkte, die Kunden stellen hohe Ansprüche. Wichtig sind Offenheit und Flexibilität.
Persönliche Anforderungen
 Mag. Fleck Für Fleck müssen die Kandidaten auf jeden Fall die Bereitschaft für Engagement und die Basisqualifikation (die Pharmareferentenprüfung) mitbringen und sich zudem innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegen können. Naturwissenschafter, die nur in ihren eigenen Fachkategorien denken, werden in der Karriere kaum vorankommen. Sie sollen auch Interesse und Verständnis für Wirtschaft mitbringen.
Offen auf Menschen zugehen können, hohes Maß an Selbstorganisation und Selbstdisziplin werden von allen erwartet. Besonders Frauen punkten häufig bei der Anforderung der Selbstorganisation.
 Mag. Irschik Irschik betont, dass es die gewünschten Eigenschaften, wie oben erwähnt, gibt, aber sonst finden sich in der Gruppe der Pharmareferenten verschiedenste Menschen mit verschiedensten Eigenschaften. Allerdings Pharmareferent soll nur der werden, der es auch werden will, der die Grundvoraussetzungen dafür mitbringt.
Huszar erinnerte an das alte Bild, dass den Pharmareferenten im Außendienst manchmal als Ausweichjob für Studienabbrecher deklassiert hat. Jedoch weit gefehlt: „Pharmareferent ist längst eine anspruchsvolle Aufgabe, die ausgezeichnete kommunikative und verkäuferische Fähigkeiten verlangt“, so Huszar.
MSD rekrutierte in den letzten 3 Jahren fast ausschließlich Akademiker als Pharmareferenten. Bei Eli Lilly haben 2/3 der Pharmareferenten mit Universitätsabschluss einen naturwissenschaftlichen oder technischen Hintergrund.
Tagesablauf
 Mag. Fucik
Laut Alexandra Fucik ist ein typischer Tagesablauf sehr vom Mitarbeiter und seinen Ärzten, Krankenhäusern sowie Veranstaltungen abhängig. Ein positiver Aspekt ist sicher der, dass er sich seine Zeit in weiten Bereichen selbst einteilen kann. Es wird von ihm erwartet, dass er seine Arbeit erledigt, aber wie er das bewältigt, liegt in seiner Verantwortung.
Ein typischer Tag beginnt vielfach damit sich die Tagestour zu planen, vorab Termine zu vereinbaren, sich selbst ins Gedächtnis rufen, was war Inhalt des letzten Gespräches, die entsprechenden Informationen und Unterlagen zusammenstellen, die Besuche absolvieren, und im Anschluss alles protokollieren. Daneben sind Veranstaltungen zu organisieren und selbst soll er Weiterbildungen besuchen. Als negativen Aspekt beschreibt Irschik die Tatsache, dass es doch viel Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit gibt. (Kongresse besuchen, Messen organisieren etc.) Dies erfordert Flexibilität in der Freizeit und eine hohe Selbstdisziplin.
Im Spannungsfeld von Reglementierung – Ärzten – Unternehmen
Huszar sieht den Pharmareferenten in einem ständigen Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Pharmamarktes (Gesetze, Reglementierungen...), Ärzten und dem Unternehmen als Arbeitgeber. Die Reglementierungen im Pharmamarkt sind streng. Es gibt klare Richtlinien für die Werbung von Arzneimitteln und das Verhalten des Pharmareferenten (Verhaltenskodex der Pharmig).
Er ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und berät Ärzte, Hausapotheker und Apotheker über die Arzneispezialitäten seines Unternehmens (z.B. Wie wird es verschrieben, welche Dokumentation muss geschehen. Über Wirkstoffe, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen etc.) Seine Aufgabe ist es, Ärzte durch fundierte Informationen dabei unterstützen, ihre Patienten bestmöglich zu behandeln.
Der Pharmareferent protokolliert bei jedem Besuch, welche Medikamente und Schwerpunkte bei welchem Arzt besprochen werden. Manchmal werden Probeexemplare/Muster abgegeben und mittels Gegenkennzeichnung durch den Arzt, dokumentiert, wie viele Arzneimittelproben dieser bekommen hat.
Die Entlohnung des Pharmareferenten ist adäquat seinem Arbeitsaufwand.
Karrieremöglichkeiten
 Mag. Huszar
Die Aussichten in anderen Bereichen eines Pharmaunternehmens unterzukommen, werden durch die Ausbildung zum Pharmareferenten verbessert - die Tätigkeit als Pharmareferent ist nach Huszar eine gute Basis für eine weitere Karriere wie beispielsweise in Marketing oder Sales. Der Pharmareferent fungiert als wichtigstes Bindeglied zwischen den Ärzten und dem Pharmaunternehmen und ist in dieser Funktion zugleich das beste, wichtigste und teuerste Werbemittel des Unternehmens. Eine gute Basis um darauf aufbauend weitere Tätigkeiten im Marketing, Vertrieb oder als Keyaccount zu übernehmen.
Wie rasch eine Karriere verläuft hängt nach Fucik vom Mitarbeiter selbst ab. Meist erfolgt nach 2-3 Jahren der erste Karrieresprung, bei einem „high potential“ kann schon nach rund 1,5 Jahren ein Karrieresprung erfolgen. Alleine die Schulung für die Basis, dauert 3 Monate. Nach etwa eineinhalb Jahren bekommt man ein Gespür für den Markt. Kunsch beobachtet beides: Pharmareferenten, die den Aussendienst als Karriereeinstieg und somit als Sprungbrett in andere Unternehmensbereiche sehen und die anderen, für die Pharmareferent ganz klarer Berufswunsch ist und daher in diesem über viele Jahre bzw. Jahrzehnte bleiben und sich darin entfalten.
Als guter Pharmareferent kann man sich aussuchen, in welches Unternehmen man geht, darin stimmten alle Diskutanten überein.
Hoher Frauenanteil
Der Pharmareferentenmarkt wird als ein sehr „lebendiger“ Markt, d.h. häufigere Neubesetzung als in anderen Berufsgruppen, gesehen. Fucik weist in diesem Zusammenhang auf den mit 70 % überdurchschnittlich hohen Frauenanteil hin, durch den viele Karenzvertretungen notwendig sind. Bei MSD z.B. ist der Anteil der Frauen auch im Management sehr hoch. Von insgesamt 8 Abteilungsleiter sind 5 davon weiblich. Schober merkt an, dass seiner Beobachtung nach Frauen besonders ehrgeizig sind und die Pharmareferentenprüfung eher schaffen, sowie ein gutes Organisationstalent haben. Sie sind es gewohnt, Haushalt, Kinder, Beruf zu organisieren. Der Pharmareferent ist ein „Beziehungsmanager“ (Beziehung zum Unternehmen, zum Arzt, manchmal auch direkt zum Patienten), dies ist eher weiblich besetzt, darin ortet Huszar einen möglichen Einflussfaktor für den hohen Frauenanteil.
Trends
Insgesamt sieht Fleck den Pharmareferentenmarkt als ausgewogen für die Bewerber an. Gute Pharmareferenten würden innerhalb eines Monats einen neuen Job finden. Die Anzahl der Stellen ist trotz der zahlreichen Fusionierungen relativ stabil geblieben. Was sich in den letzten Jahren allerdings geändert hat, das sind die Qualitätsansprüche. Die Anforderungen an die Pharmareferenten sind gestiegen. Kunsch ergänzt, dass es in der Branche in Richtung Spezialisierung und Vernetzung einzelner Disziplinen geht. In Zukunft ist die Fähigkeit, interdisziplinäres Fachwissen und Netzwerke aufzubauen stärker gefragt.´´
Trotz der hohen Anforderungen an Pharmareferenten überwiegt das Positive streicht Irschik hervor, da man über Präparate informiert, mit denen neue Krankheiten kuriert werden können. Durch die ständige Kommunikation und Interaktion mit den Ärzten lernt man Neues kennen und man ist sein eigener Manager.
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