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Dienstag, 22 Mai 2012
 
 
Montanuni: Internationalität ausbauen | Drucken |  E-Mail
Mit Februar übernahm Professor Dr. Peter Moser den Lehrstuhl für Bergbaukunde, Bergtechnik und Bergwirtschaft an der Montanuniversität. Vorrangige Ziel sind die Sicherung einer technisch fokussierten Ausbildung zum Rohstoffingenieur und die Internationalisierung der Studien.
Professor Peter Moser ist an der Montan­universität gut bekannt.  Der gebürtige Kärtner studierte in Leoben Bergwesen mit Spezialisierung im Tunnelbau. Nach dem Studium war er für eine Tunnelbaufirma tätig bevor er 1984 wieder an die Montanuniversität zurückkehrte. Es folgten Promotion und Habilitation abwechselnd mit längeren Auslandsaufenthalten in Frankreich, Kanada, den USA und Australien. Seit 2006 leitet Moser das Department Mineral Resources and Petroleum Engineering, in dem die sieben Rohstoff-Lehrstühle der Montanuniversität zusammengefasst sind.
„Meine Hauptaufgaben als Bergbaukundeprofessor sehe ich vorrangig in der Sicherstellung der guten Ausbildung unserer Studierenden. Ich möchte den technischen Bereich der Ausbildung in den Mittelpunkt stellen. Erst nach dem Erlernen eines spezifischen Fachs sollte man sich Wirtschafts-, Management- und Sozialkompetenzen aneignen“, meint Moser. Er steht zu einer Ausbildung als Rohstofftechniker.

Internationalisierung

Ein großes Anliegen ist Moser die Internationalisierung der Ausbildung. „Mein Ziel ist, dass alle Bergbaustudierenden in Leoben mindestens ein Semester im Ausland absolvieren und eine zweite lebende Fremdsprache erlernen“, ergänzt Moser. Die Voraussetzungen für diesen Studierendenaustausch sind gegeben: Eine Kooperation mit der Grande Ecole des Mines in Paris ermöglicht es, ein sogenanntes „Double Degree“ zu erhalten. „In diesem Programm studiert man acht Semester in Leoben, danach geht man für drei nach Paris und schließt mit Diplomen an beiden Universitäten ab“, erklärt Moser. Nächstes Ziel ist eine ähnliche Kooperation mit der Escuela des Minas in Madrid. „Dadurch erschließen sich unseren Absolventen exzellente  Berufsmöglichkeiten sowohl unmittelbar in Spanien als auch in weiterer Folge auf dem südamerikanischen Kontinent“, so Moser über seine Zukunftspläne. Weitere intensive Gespräche laufen zurzeit mit der prestigeträchtigen Bergbauakademie in St. Petersburg. Dabei ist beabsichtigt, fertigen russischen Diplomingenieuren eine zweijährige Zusatzausbildung an der Montanuniversität anzubieten. Aber auch für Leobener Studierende bieten sich über St. Petersburg faszinierende Entwicklungsmöglichkeiten. „Ich würde mir wünschen, dass wir im Masterstudium Mining in Leoben zumindest 30 Prozent ausländische Studierende haben“, meint Moser. „Mehrere große Konzerne aus der europäischen Rohstoffindustrie haben mir für die Internationalisierung ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt“ ergänzt Moser.

Im postgradualen internationalen Ausbildungsbereich setzte Moser mit der „International Mining School“, in Kooperation mit der Firma Sandvik und fünf renommierten Universitäten weltweit bereits neue Maßstäbe. Eine intensive Erweiterung ist in diesem Bereich für 2009 vorgesehen.

Forschungsschwerpunkte

Am Lehrstuhl für Bergbaukunde will Moser die Forschung in vier Bereichen konzentrieren:
Rock Engineering (untertägiger Bergbau)
Excavation Engineering (Abbau- und Vortriebstechnik unter anderem mit Sprengtechnik)
Tagbau – und Steinbruchtechnik
Nachhaltige Rohstoffgewinnung


Derzeit sind am Institut 20 Mitarbeiter beschäftigt, bis 2009 sollten es – wenn alles nach Wunsch verläuft – bereits 30 sein. „Meiner Meinung nach ist es wichtig, auch junge Frauen verstärkt für den Rohstoffbereich zu begeistern. Ich würde gerne den Frauenanteil in der Lehre und Forschung deutlich erhöhen“, so Moser abschließend. Zurzeit sind am Lehrstuhl für Bergbaukunde bereits drei junge Frauen als Forscherinnen tätig.
 
 
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