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Samstag, 04 Februar 2012
 
 
Karriere im Ausland | Drucken |  E-Mail

ImageMit HORIZONT3000 die Welt erobern.

Ein Auslandseinsatz vermittelt eine Fülle interkultureller Erfahrungen und bereichert die Persönlichkeitsentwicklung auf jeden Fall. Dipl. Verw. Wiss. Thomas Vogel, langjähriger Mitarbeiter von HORIZONT3000 berichtet über seine Erfahrungen mit Auslandseinsätzen, seine Motivation sowie deren Auswirkung auf Karriere und Persönlichkeit.

life-science: Wie unterscheidet sich HORIZONT3000 von anderen Arbeitgebern?

Thomas Vogel: Als Organisation der Entwicklungszusammenarbeit bietet HORIZONT3000 die Möglichkeit, politisch-soziales Engagement zugunsten der Benachteiligten dieser Welt zum Beruf zu machen. Ein Auslandseinsatz vermittelt eine Fülle interkultureller Erfahrungen und bereichert die Persönlichkeitsentwicklung auf jeden Fall.

life-science: Bei welchem Auslandsprojekt arbeiteten Sie mit? Wie war die Aufgabenstellung, wie die Arbeit?

Thomas Vogel: Ich wurde von August 1999 bis Januar 2004 im Projekt "Erhöhung der Partizipation in der Kommunalpolitik und Bekämpfung der Kinderarbeit" in Bahia, Nordostbrasilienn eingesetzt. Die Aufgaben umfassten vor allem die Organisation und Durchführung von Seminaren und Workshops zur politischen Bewusstseinsbildung sowie über diverse Fachbereiche, in denen Mitglieder aus Organisationen der Zivilgesellschaft, welche in politische Mitbestimmungsgremien delegiert waren, Aus- und Fortbildung benötigten. Die Arbeit, zusammen mit lokalen Kolleg/innen, war immer sehr interessant und herausfordernd, zuweilen auch sehr anstrengend, aber sehr lehrreich und motivierend.

life-science: Wie wurden Sie auf den Auslandseinsatz vorbereitet?

Thomas Vogel: ca. 10 Wochen Vorbereitungskurs mit diversen Modulen in Wien.

life-science: Wie ist Ihr beruflicher Background?

Thomas Vogel: Berufsausbildung zum Elektroinstallateur; Auslandszivildienst in Argentinien; Studium der Verwaltungswissenschaft, Schwerpunkte Internationale Beziehungen und Verwaltungsmanagement in Konstanz; Auslandsstudium in USA; Auslandspraktikum und Kurzzeitmissionen in Brasilien;

2004-2008 Projektreferent für Nicaragua im Wiener Büro von HORIZONT3000; seit März 2008 Bereichsleiter für Finanzierungsprojekte bei HORIZONT3000;

life-science: Wie sind Sie zu diesem Einsatz gekommen? Was hat Sie dazu bewogen, daran teilzunehmen?

Thomas Vogel: Die Befassung mit Themen der internationalen Solidarität begann in der gymnasialen Mittelstufe, die Entscheidung für ein definitives berufliches Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit vollzog sich während meines Auslandszivildienstes in Argentinien. Von da an gestaltete ich die Wahl meines Studiums, und weiterer Praktika unter dem Gesichtspunkt, mir die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen für eine spätere Tätigkeit in einer Organisation der Entwicklungszusammenarbeit anzueignen. Über eine Stellenausschreibung des damaligen Österreichischen Entwicklungsdienstes (ÖED, eine der Vorgängerorganisationen von HORIZONT3000) kam ich 1999 zu einer knapp 5-jährigen Projektmitarbeit in Brasilien, danach ins Projektreferat Nicaragua unseres Wiener Büros, wo ich heute den Bereich Finanzierungsprojekte leite. Die Grundmotivation für meine Arbeit ist unverändert der Anspruch, einen positiven Beitrag für eine gerechtere Welt zu leisten.

life-science: Wie erging es Ihnen bei der Heimkehr (kulturelle Unterschiede, etc.)?

Thomas Vogel: Die erste Rückkehr nach einem zweijährigen Südamerika-Aufenthalt war ein großer Kulturschock; ich war eingetaucht in eine andere Welt, in der ich eine veränderte soziale Stellung einnehmen konnte und hatte die Möglichkeit, viele Gegebenheiten, die ich in meiner eigenen Kultur als selbstverständlich und einzig denkbare Realität verstanden hatte, von außen zu betrachten und zu hinterfragen. Nach meiner Rückkehr hatte ich sehr viele erlebte und gelernte Dinge zu erzählen, doch die Menschen, die mir nahe standen, hatten nicht dieselbe Entwicklung durchgemacht und waren daher nicht in der Lage, die richtigen Fragen zu stellen oder die Erlebnisse, die ich teilen wollte, in einen passenden Erfahrungshintergrund einzuordnen.

life-science: Welche Kompetenzen konnten Sie durch diesen Auslandseinsatz erwerben und wie sind diese für Ihre weitere Karriere verwertbar?

Thomas Vogel: Das Leben in fremden Kulturen stärkt grundsätzlich selbständiges Denken und Agieren, erweitert den Horizont und macht Personen flexibler und besser darin, sich immer wieder auf neue und unvorhergesehene Situationen einzustellen. Weitere praktische Fähigkeiten, die so erworben oder potenziert werden, sind Sprachkenntnisse, Logistik und Organisationsvermögen. Wichtiger waren allerdings für mich die eher mentalen Lernprozesse, die Bewusstseinserweiterungen durch interkulturelle Erfahrungen, das Ausbilden feiner Antennen und des Gespürs für Befindlichkeiten anderer Personen, die Fähigkeiten, sich in fremden Kontexten schneller zurecht zu finden und die Relativierung von ehemals als fix angenommenen Realitäten. Für meine persönliche Karriere waren die Arbeitserfahrungen in verschiedenen Ländern sehr wichtige und förderliche Bildungselemente.

life-science: Vielen Dank für das Gespräch.

Lernen Sie Dipl. Verw. Wiss. Thomas Vogel bei der life-science-career03 persönlich kennen und stellen Sie ihm Ihre individuellen Fragen.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 17 April 2008 )
 
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