Job on the Top
| Group Leader Biomarker and Translational Science (m/f) Boehringer-Ingelheim |
| Unitleiter Mikroorganismenfermentation III (m/w) Boehringer-Ingelheim |
| Inspektor/in GMP im Institut Inspektionen, Medizinprodukte und Hämovigilanz AGES |
Ober/ Facharzt / ärztin für Orthopädie |
| Stability Manager (m/w) Biopharma Quality Austria Boehringer-Ingelheim |
| Welt Aids Tag am 1.12.: Impfstoff in Sicht? |
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Vor 30 Jahren ist der HIV-Virus entdeckt worden. Mit einer Kombinationstherapie kann der Ausbruch der Immunschwächekrankheit AIDS inzwischen fast immer verhindert werden. Die moderne Behandlung von HIV-Infizierten erfolgt österreichweit auf Basis einer in Innsbruck entwickelten Software. An einer Verbesserung der Behandlungsstrategien wird geforscht. Als wirkungsvollstes Mittel gegen die Ausbreitung von HIV gilt aber die Entwicklung eines Impfstoffes. Mit innovativer Impfstoffforschung sind WissenschaftlerInnen der Medizinischen Universität Innsbruck diesem Ziel möglicherweise schon näher gekommen. Mit den Therapie- und Dokumentationsleistungen der Aids-Ambulanz an der Univ.-Klinik für Dermatologie und den Forschungsergebnissen der Sektion für Virologie an der Medizinischen Universität Innsbruck werden Strategien verfolgt, die für die Zukunft der HIV-Problematik maßgeblich sein könnten. Seit zehn Jahren werden unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Robert Zangerle HIV-Infizierte in Österreich im Rahmen der Kohortenstudie „AHIVCOS“ erfasst. Demnach leben in Österreich derzeit rund 8.024 Menschen mit einer HIV-Infektion. „Die Infektionsrate ist inzwischen höher als in den 90iger Jahren, stagniert aber“, erklärt der Leiter der HIV-AIDS Ambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie in Innsbruck. Die genaue wissenschaftliche Dokumentation soll jetzt für weiterführende Forschungsarbeiten dienen. „Langfristig wollen wir durch einen Vergleich der Daten neue Behandlungsstrategien entwickeln“, erklärt Prof. Zangerle. Der HIV-Experte hat auch das Innsbrucker Modell der PatientInnenbetreuung österreichweit etabliert: Unter der Leitung von Prof. Zangerle wurde das „HIV-PatientInnen-Management-System“ (HIP) entwickelt. Die Software wird inzwischen an allen sieben großen Behandlungszentren in Österreich eingesetzt. „Wir wollen PatientInnen modern behandeln. Dieses System registriert jeden Ablauf in der Behandlung.“ Die Software verfügt zum Beispiel auch über einen genauen Netzwerkplan. Die enge Zusammenarbeit mit Aids-Hilfe, Johannitern oder dem Mobilen Hilfsdienst (MOHI) ist Teil einer zeitgemäßen Behandlung.
Impfung wäre wirkungsvollstes Mittel gegen die Ausbreitung von HIV Eine HIV-Infektion bzw. die Immunschwächekrankheit Aids wird heute standardmäßig mit der antiviralen Kombinationstherapie behandelt. Aids-Medikamente unterdrücken dabei die Vermehrung des Virus, können es aber letztendlich nicht zerstören, weshalb die Therapie lebenslang erfolgen muss. Die Kombinationstherapie wird bei entsprechendem Anlass auch als Prophylaxe eingesetzt. Die Kehrseite dieser Behandlung sind Nebenwirkungen und der mangelnde globale Zugang zu den entsprechenden Medikamenten. Die Entwicklung eines HIV-Impfstoffes gilt als wirkungsvollstes Mittel gegen die Ausbreitung von HIV. „Eine Impfung ist definitiv die bessere Lösung“, schließt sich Prof. Zangerle der Meinung vieler seiner KollegInnen weltweit an.
Lichtblick Antikörper-Therapie Antivirale Gene könnten der Schlüssel zur Entwicklung einer HIV Gentherapie oder sogar eines Aids-Impfstoffes sein - davon ist Univ.-Prof.in Dorothee von Laer, Leiterin der Sektion für Virologie an der Medizinischen Universität Innsbruck, überzeugt. Besonders interessant und effektiv sind dabei Gene, die vorrangig den Einbau des Provirus unterdrücken, weil gerade diese Gene die Zunahme nicht-infizierter, gengeschützter Zellen erwarten lassen. „Es ist uns gelungen, ein vielversprechendes antivirales Gen zu konstruieren, das den Eintritt des HI-Virus in die Zielzellen hemmt“, erklärt Prof.in von Laer den neuen und innovativen Forschungsansatz des Innsbrucker Teams. In einer bereits veröffentlichten Forschungsarbeit wurden dazu C Peptide - kleine Eiweißmoleküle, die als wirksame Hemmstoffe beim Eintritt von HI-Viren fungieren - von genetisch modifizierten Zellen produziert (Egerer et al., Mol. Ther. 2011). Dieses abgesonderte antivirale eintrittshemmende Peptid (iSAVE) übt einen schützenden „Zuschauereffekt“ auf benachbarte, nichtveränderte Zellen aus und unterdrückt in der Folge die Virusreplikation. Aids-PatientInnen könnten von diesen SAVE-Peptiden profitieren und darin eine wirksame und nebenwirkungsarme Alternative zur antiretroviralen Therapie finden.
Impfstoff könnte in zehn Jahren verfügbar sein „Der Körper würde sozusagen sein eigenes Arzneimittel einsetzten - eben ein antivirales Protein“, blickt Prof.in von Laer in die Zukunft, in der das neue Gen letztendlich auch eine aktive Impfstoffwirkung zeigen soll. Dazu sind allerdings weitere Forschungen und vor allem klinische Studien notwendig. Ein Impfstoff gegen HIV könnte eventuell in zehn Jahren verfügbar sein, meint von Laer, deren Sektion übrigens der einzige Standort in Österreich ist, an dem schwerpunktmäßig in Zusammenarbeit mit der hiesigen Univ.-Klinik für Dermatologie zu HIV geforscht wird und die zudem eines von drei österreichischen Referenzlabors für HIV ist. Die Kompetenz der Innsbrucker Virologie hat noch ein weiteres Aushängeschild: Der nächste und 6. Deutsch-Österreichische AIDS-Kongress wird unter der Kongressleitung von Prof.in von Laers engstem Mitarbeiter, Univ.-Prof. Heribert Stoiber, vom 12. bis 15. Juni 2013 in Innsbruck stattfinden.
Hintergrundinformationen:
Welt-Aids-Tag: Der von der WHO erstmals 1988 ausgerufene und von der UNAIDS organisierte Welt-Aids-Tag findet jährlich am 1. Dezember statt und zielt auf Toleranz und Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken.
Fakten aus der 20. HIV-Kohorten Studie (AHIVCOS) - Rund 8.000 HIV-Infizierte in Österreich - Durchschnittsalter bei der Diagnosestellung: 35 - 28.9 % der HIV-Infizierten sind Frauen - Aids/HIV Ambulanz Innsbruck: 547 PatientInnen (1. Halbjahr 2011)
Für medizinische Rückfragen Univ.-Prof.in Dr.in Dorothee von Laer Sektion für Virologie Medizinische Universität Innsbruck E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Univ.-Prof. Dr. Robert Zangerle Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie Tel.: +43 512 504 23020 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
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12. Juli 2012
09:00-13:00
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Kurzmeldung
| Kalte Fährte heißer Bakterien |
Ölquellen und die Tiefen der Erdkruste sind wohl der Ursprung hitzeliebender Bakterien im arktischen Meeressediment. Zu diesem Ergebnis hat ein vom Wissenschaftsfonds FWF unterstütztes Projekt beigetragen, in dessen Mittelpunkt molekularbiologische Methoden zur Untersuchung solcher "fehlplatzierten" Bakterien stehen. Die Möglichkeit, dass auch molekularbiologische Methoden Hinweise auf Erdölvorkommen liefern können, gibt dem Projekt eine spannende wirtschaftliche Facette. |



