Bericht 2011
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Angeregte Diskussionen, interessante Vorträge und Impulse in einer Atmosphäre in der es um die Forschung,  Innovation und Kooperation geht sowie interessante Poster über Kooperationen österreichischer Forschungseinrichtungen mit der Wirtschaft sowie Poster der Universitäten Prag und Brünn und das angespannte Warten auf die Bekanntgabe der Gewinner des science2business Awards 2011 bestimmten den Nachmittag der life-science-success 2011.

 

Lernende Systeme

Der Themenschwerpunkt lautete „Lernende Systeme“ und das Sujet zur life-science-success2011 veranschaulichte die Komplexität dieses Themas. "Ab wann sprechen wir von Systemen, wie wirken sie zusammen, haben wir sie im Griff oder laufen wir Gefahr, von der Dynamik der Prozesse überrollt zu werden?" Zechner, Veranstalterin und Organisatorin der life-science-success.

 

Erstmals war auch die ÖGMBT Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie Mitveranstalter der life-science-success. Die Wissenschaft fördern, die Kooperation von Universitäten und Unternehmen forcieren sowie Nachwuchswissenschafter unterstützen – so beschrieb VR Prof. Dr. Glößl, Präsident der ÖGMBT die Ziele des Vereines.

 

 

Vizepräsident Dr. Stuller, Wirtschaftskammer Wien hob mit Blick auf die Ereignisse in Japan hervor, wie eng die Wirtschaft mit der Wissenschaft und im speziellen mit der Naturwissenschaft, verflochten sein kann. Er betont, dass die Angewandte Forschung und die Kooperation von Universitäten mit der Wirtschaft als Keimzellen für Innovation in der Standortpolitik der
Wirtschaftskammer Wien, einen hohen Stellenwert einnehmen.

 

 

Der science2business Award, der mit insgesamt Euro 12.000,-- dotiert ist, wird durch das BM f. Wirtschaft, Familie und Jugend bereitgestellt und bereits zum 5. Mal verliehen. MR Dr. Ulrike Unterer, BM f. Wirtschaft, Familie und Jugend lobt die bereits hohe Qualität der Forschungskooperationen. Gleichzeitig möchte Unterer mit dem Preis, bei dem herausragende Kooperationen ausgezeichnet werden, dazu motivieren, die Managementmethoden und Werkzeuge kontinuierlich weiter zu entwickeln.

 

DI Kugler, die Presse, stellte dem Podium die Frage, wie denn ganze Systeme lernen. Rektor Prof. Dr. Sünkel eröffnete die Diskussion mit der Feststellung, dass durch das Setzen von Zielen und gelebten Werten, die Lernrichtung von Systemen gesteuert werden kann. „Wenn die Publikation in einem bestimmten Medium einen besonderen Stellenwert für den Wissenschafter hat, dann wird er und viele andere Wissenschafter danach trachten, in diesem Journal zu publizieren.“ Daher komme dem Setzen von Zielen und der Formulierung von Rahmenbedingungen eine besondere Bedeutung bei. Das Lernen eines einzelnen Menschen in einem System bedeute noch nicht, dass das System als gesamtes gelernt hätte, ergänzt Dr. Lichtmannegger, Hernstein Institut. Lernen und Anpassung an geänderte  Rahmenbedingungen sind überlebenswichtig für ein Unternehmen. Anders formuliert, Unternehmen und Organisationen, die langfristig erfolgreich sein wollen, müssen kontinuierlich lernen. Dr. Kdolsky, PricewaterhouseCoopers Austria sieht im Abschotten einzelner Systeme gegenüber der Umwelt einen großen Hemmschuh für deren Weiterentwicklung. In der Eigenständigkeit der Medizinischen Universitäten sieht sie das Risiko, dass sich diese zu sehr von den anderen Universitäten entfernen und sich nur noch in ihren eigenen Reihen bewegen. Einigkeit herrschte darin, dass die offene Kommunikation und Interaktion wesentliche Elemente des Lernens ganzer Systeme sind. „Es ist immer der Mensch der lernt und nicht das System“ stellt Dr. Loibner, Apeiron Biologics AG unmissverständlich fest und weist damit auf die Verantwortlichkeit des Menschen als Gestalter eines Systems hin und „Ein System ist nur so wandlungs- und anpassungsfähig, wie sich die Betreiber trauen, spontan zu agieren.“ Dr. Kögerler spricht die „systemspezifische Qualität“ an, wonach jedes System seinen Qualitätsbegriff selbst definiert. In Verbindung damit sieht er in der Forderung nach systematischer Kontrollierbarkeit von außen in Richtung Effizienz, Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit einen hemmenden Faktor für die Weiterentwicklung eines Systems. Die vorgegebenen konzeptiven, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen hinken oft den Entwicklungen der Systeme hinterher. Kdolsky wünscht sich mehr Mut zur Hierarchie und zur Implementierung von überschaubaren, sich selbst steuernden Organisationseinheiten. Für Lichtmannegger spielt die Führungsebene eine wichtige Rolle im Lernprozess, auch diese muss mit lernen. Um ganze Systeme weiter zu entwickeln erfordert es nach Sünkel ein lückenloses Verständnis des Gesamtsystems mit allen seinen Interdependenzen unter den Teilsystemen und seine Reaktion auf kleine zufällige Veränderungen.

 

In ihrem Vortrag „Wie Organisationen lernen“ spricht Mag. Garbsch von der Hernstein Trainer/Berater Fakultät erst dann von organisationalem Lernen, wenn die betroffenen Personen die gewonnenen Erkenntnisse aus einer Problemanalyse auch in den Organisationsalltag integrieren. Lernen kann nicht verordnet werden und wer lernen will, muss auch bereit sein, zu „verlernen“. Radikale Lernprozesse sind nur möglich, wenn sie von einem Paradigmenwechsel in der Führungsebene begleitet sind.

 

Algen – Energiequelle von morgen

Werden die Algen die Energiequelle von morgen sein? „Es ist technisch denkbar und möglich, aber wir sind noch sehr sehr weit davon entfernt“ beantwortet Mag. Martin Mohr, Gründer und Geschäftsführer der ecoduna GmbH diese Frage. Dennoch zeigen sich Algen als universell einsetzbare wahre Wunderwerke der Natur. ecoduna GmbH ist ein Geschäftsmodell, das in die Zukunft gerichtet ist, denn aktuell gibt es keine groß angelegte „Algenindustrie“ sondern vielmehr eine sehr intensive Erforschung der Algen an sich. Rückstandsfrei in ihrer Produktion – ressourcenseitig  braucht sie für ihre Zucht  bzw. Produktion Licht, Wasser, CO2 und Phosphor. Verwendung findet die Alge und ihre Inhaltsstoffe in der Pharmaindustrie und Medizin, der Nahrungsmittelindustrie, in der Tierfuttermittelindustrie zur Entwicklung von Bio-Kunsstoffen sowie zur Energiegewinnung. Besondere Bedeutung hat sie aufgrund Ihres hohen Omega 3 Fettsäureanteils. Ecoduna beginnt im September mit dem Bau der zweitgrößten Photo Bioreaktor Anlage für Mikroalgen in Bruck an der Leitha.

Mehr Information: www.ecoduna.com 

 

 IFA-Tulln und Erber AG: Eine gemeinsame Erfolgsstory in Mykotoxin-Management und Analytik

Univ. Prof. Dr. Krska gibt gemeinsam mit Dr. Binder Einblick in die seit 16 Jahren bestehende Kooperation der Erber Group AG mit dem IFA Tulln. Allein aus dem Mykotoxinbereich gingen bereits 2 Patente und 2 Spin Offs aus der Kooperation der Erber Group AG / Romer Labs mit dem IFA Tulln hervor. 60 Personen sind mittlerweile am Technopol Tulln im Bereich Mykotoxinforschung beschäftigt (davon 30 am IFA-Tulln und 30 in 3 Firmen am TZT Technopolzentrum Tulln). Rund 400 Mal werden sie pro Jahr zitiert und jeder Punkt wird durchschnittlich 17 Malzitiert. „Spitzenforschung in der Pampa ist möglich“.


f-star - siehe - Bericht über Gewinner >>>


Neben der Podiumsdiskussion, den Vorträgen und dem direkten persönlichen Erfahrungs- und Meinungsaustausch boten die Poster Einblicke in aktuelle Forschungsaktivitäten in den Kooperationen nicht nur österreichischer sondern auch naturwissenschaftlichen Universitäten aus Prag und Brünn. 

 

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 23. März 2011 um 16:27 Uhr